Mittwoch, 23. Oktober 2013

Halloweenkostüm: Zombiebraut

(Mein liebstes Halloween-Kostüm!)

Aloha!
Hier möchte ich euch kurz zeigen, wie man sich ein sehr schönes Zombiebrautkostüm selbst macht. Wenn man es geschickt anstellt, kommt man dabei deutlich billiger weg, als wenn man ein fertiges von der Stange kauft. Außerdem ist es besser verarbeitet und das Herstellen macht (passend zum heidnischen Neujahrsfest Halloween) auch noch einen Heidenspaß!

Schritt 1: Das Kleid!
Darum dreht sich ja schließlich alles, ob lebendig oder untot. Bei Ebay erstand ich über einen chinesischen Händler ein "Wunderschönes Prinzessinnen Brautkleid" für 20 Euro. Maßgeschneidert, wohlgemerkt (ich begreife nicht, wie heiratende Leute für sowas in Deutschland ein Vermögen hinblättern...). Ist es net ein Traum?
 

Schritt 2: Kreativ Zerstören!
Jetzt fängt es an, Spaß zu machen. Das Ding muss zerrissen und befleckt werden!
Dummerweise sehen absichtlich zerstörte Gegenstände häufig auch absichtlich zerstört aus, deswegen muss man sich selbst bei einer eigentlich trivialen Aktion wie dieser trotzdem Mühe geben. Ursprünglich hatte ich geplant, mit dem Ding einfach ein paar Stunden durch den Wald zu rennen oder im Modder zu kriechen. Da erinnerte ich mich aber daran, dass ich leider nicht allein auf der Welt bin und zu Halloween ja hier und nicht in einer geschlossenen Anstalt sitzen wollte, daher fiel diese wunderbare Methode erstmal weg. Eine Alternative wäre noch ein heftiger Kampf mit einer Katze, aber da kenn ich leider auch niemanden, der mir so ein Tierchen mal leihen könnte.
 
Also hab ich das raschelnde, klinischweiße Monstrum von Kleid einfach in die Badewanne geschmissen und ein Pfund Kaffee und ein paar Liter kochendes Wasser draufgekippt.
 
...da riecht doch gleich die ganze Wohnung wie die Büroküche am Vormittag
Ab und zu umgerührt und nach einigen Stunden des Einweichens war der Tüllanteil des Kleides gleichmäßig dreckbeige und der Satinanteil fleckig cremefarben bis braun. Nachdem ich das Kleid aus dem Kaffee gezogen hab, hab ich es einfach zum trocknen in die Dusche gehängt und dann später die restlichen Kaffeebrösel herausgeschüttelt. Schade, dass die Brösel wieder abfallen. Sieht so schön nach Dreck und Erde aus...

...um dem ganzen jetzt noch ein etwas fleckigeres Erscheinen zu verleihen, habe ich schließlich ein paar Beutel schwarzen Tee genommen, auf dem Kleid verteilt und wieder mit kochendem Wasser übergossen, was etwas rötlichere Flecken ergeben hat, und außerdem den Rest einer dunkelbraunen Haartönung hineingeschmiert.

Mit Hilfe eines Skalpells (alternativ geht auch ein Teppichmesser oder so) hab ich dann Löcher und Laufmaschen hineingerissen. Einige davon hab ich dann einfach noch weiter eingerissen. Bei 5 Lagen Tüll hat man ja ordentlich was zum zerfetzen, da entwickelte sich aus halbabgerissenen Stücken dann sogar eine kleine Schleppe.

Schritt 3: Trägerin an Kleid anpassen
Spätestens hier stand ich jetzt vor einer der schwierigsten Entscheidungen meines Lebens. Wie ist meine Zombiebraut gestorben? Meine erste Idee war eine aufgeschlitzte Kehle, für die es wirklich erstaunlich realistische Latexapplikationen gibt und was natürlich ein wunderbarer Anlass dafür gewesen wäre, das komplette Dekolletee und das halbe Kleid mit Kunstblut vollzusudeln.
Eine etwas exotischere Zombiebraut wäre aber die halb aufgeweichte Wasserleiche, die erst nach einigen Tagen wieder aus dem Sumpf emporstieg. Da bei meinem damaligen Freund im Aquarium die Wasserpest dringend einen neuen Haarschnitt gebraucht hätte, hätte ich die Gelegenheit nutzen und die Wasserpflanzenstränge dekorativ zwischen die Laufmaschen und in meine Haare weben können. Leider bräuchte ich aber als Wasserleiche größere Mengen weißer Schminke auch auf den Armen und Schultern und überhaupt an viel zu viel Stellen, und ich hätt net so schön mit Kunstblut rumschmieren können (außer natürlich, es stammt von meinen Opfern).
Für den Fall, dass man weder einen Latexkehlschnitt noch genügend weiße Farbe oder Algen auftreiben kann, kann man natürlich auch die subtilere Variante nehmen: die Hochzeitstorte war vergiftet. Tortenschmiere auf dem Kleid kann man dann auch wunderbar als beabsichtigtes Ausdrucksmittel entschuldigen.

Als Accessoire möglich wäre nun natürlich noch ein verwelkter Strauß irgendwelcher Blümchen, oder, wenn man net den klassischen Zombie will sondern eher eine besessene Braut, ein überdimensionales Fleischermesser. Ich hab einfach die abgefetzten Reste vom Kleid zusammen mit ein paar ebenfalls schön braun gefärbten Stoffblumen noch an einen Haarreifen geklebt.

Gesicht und Lippen werden dann möglichst hell gepudert, die Augenringe betont (klasse war hierfür der extrem billige Duo-Lidschatten von uma, Nummer 3 "shocking pink", mit Pink direkt das Auge umranden, mit dem lila die Augenringe und ein bissel das Lid bepinseln, alles wild verwischen).

i-Tüpfelchen ist dann noch ein schönes, vergilbtes, wild abstehendes Gebiss aus dem Festbedarfsshop um die Ecke, der Traum jedes Kieferchirurgen!
Schließlich hab ich mir noch etwas selbstgebrautes Kunstblut aufs Kleid und an den Mund gekippt...und fertig is das wunderschöne Zombieprinzessinnen Brautkleid mit untoter Feri drin!! Yeeehaa!

(hier seht ihr mich, wie ich gerade von einem als Dr. Tod verkleideten Freund angegriffen werde).

Dieses schöne Kostüm hier hat mir jetzt schon bei drei Horror-Videoabenden und einer wilden Party zur Seite gestanden. Dieses Jahr werd ich es wohl leider nicht anziehen, aber dennoch sollte es hier gewürdigt werden.
Schöne, eklig schwärende Wunden selbst machen kann man übrigens mit einer Packung Latex oder Gelafix aus dem Kostümbedarf oder Scherzartikelladen. Das wird erwärmt und dann mit einem Pinsel auf die Haut aufgetragen, am besten klebt man sich damit Fetzen von Taschentüchern ins Gesicht. Wenn es getrocknet ist, kann man diese dann aufreißen und mit Makeup, Puder und Kunstblut in aufgerissene Wunden oder hängende Hautlappen verwandeln.

Leider habe ich grad kein schöneres Foto, aber hier seht ihr mich  mit Latex im Gesicht und meinem Gummigebiss auf dem Weg zum Zombiewalk nach Frankfurt (wohin ich - ganz casual - mit zwei weiteren Zombies in der S-Bahn unterwegs war). Das Gebiss hat übrigens noch den schönen Bonus, dass man ständig creepy schlürfende Geräusche macht und keine klare Aussprache mehr hat.

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