Samstag, 30. November 2013

Carlos Ruiz Zafón - Der Schatten des Windes

Aloha,
heute stelle ich euch ein extrem bekanntes Buch vor, das ich schon vor einigen Jahren begonnen habe und dann doch eine Weile liegen ließ. Ich habe schließlich vor einigen Wochen nochmal von vorn angefangen. Zwar hat es ziemlich lange gedauert und ich habe wieder mehrere kurze Pausen gemacht, aber es hat sich wirklich gelohnt, dass ich immer wieder zurückgekehrt bin...


Carlos Ruiz Zafón:
Der Schatten des Windes

Jahr: 2003
562 Seiten

Meine Wertung:

Erster Satz:

Ich erinnere mich noch genau an den Morgen, an dem mich mein Vater zum ersten Mal zum Friedhof der Vergessenen Bücher mitnahm.
 

Inhalt:

Der zehnjährige Daniel Sempere aus Barcelona wird eines Tages von seinem Vater, der eien Buchhandlung besitzt, zum geheimen "Friedhof der Vergessenen Bücher" gebracht.
» (...) Hier leben für immer die Bücher, an die sich niemand mehr erinnert, die Bücher, die sich in der Zeit verloren haben, und hoffen, eines Tages einem neuen Leser in die Hände zu fallen. In einer Buchhandlung werden Bücher verkauft und gekauft, aber eigentlich haben sie keinen Besitzer. Jedes Buch, das du hier siehst, ist jemandes bester Freund gewesen. Jetzt haben sie nur noch uns, Daniel. Glaubst du, du wirst dieses Geheimnis für dich behalten können?« Ich schaute meinen Vater fragend an und nickte dann. Er lächelte. »Und weißt du das Beste?« fragte er. Ich schüttelte den Kopf. »Der Brauch will es, daß jemand, der diesen Ort zum ersten Mal besucht, sich ein Buch aussuchen muß, dasjenige, das ihm am meisten zusagt, und er muß es adoptieren und darum besorgt sein, daß es nie verschwindet, daß es immer weiterlebt. Das ist ein ganz wichtiges Versprechen. Auf Lebenszeit. Heute bist du dran.«

Daniel wählt nach kurzer Suche das Buch "Der Schatten des Windes" von Julian Carax. Es fesselt ihn sofort, leider ist der Autor verstoben und das wenige, was über ihn bekannt ist, ist äußerst wirr. Es scheint keine weiteren Exemplare dieses Buches oder irgendeines anderen Buches von Carax mehr zu geben. Daniel findet das alles sehr faszinierend und versucht, das Geheimnis des Autors zu lüften. Zugleich interessieren sich aber noch andere für das Buch und wollen es ihm abkaufen. Darunter unter anderem ein sehr suspekter Mann mit verbranntem Gesicht, der nach verbrannten Büchern riecht, sich nach einer Figur aus Carax' Roman benannt hat und Daniel zu beobachten scheint...

Im Laufe des Buches wird Daniel zu einem jungen Erwachsenen und lernt viele weitere Personen kennen, die ihm bei der Suche nach Carax' Vergangenheit behilflich sind, sowie natürlich ein böser Widersacher und immer wieder dieser merkwürdige, nach verbrannten Seiten riechende Gesichtslose...


toll:

Zafón gelingt es, verschiedene Genres in einem Buch zu vermixen. Insgesamt gesehen ist das Buch eine Mischung aus historischem Roman und Kriminalroman. Einige Stellen wie die Geschichte über den Friedhof der Vergessenen Bücher klingen ähnlich wie ein Märchen. Die Besuche in einer lange verlassenen Wohnung und einer zerfallenen Villa könnten auch aus einem Gruselroman stammen, gegen Ende hin wird es schließlich eher ein Thriller.

Die Atmosphäre ist ein Wahnsinn. Manch einer wird den Schreibstil zu blumig finden, ich fand es passte hervorragend zu der Zeit und zu Barcelona. Anbei ein Ausschnitt aus dem besagten etwas gruseligen Teil, in dem Daniel eine lang verlassene Wohnung betritt:
Ich stieß die Tür auf. Eine finstere, undurchdringliche Höhle tat sich vor uns auf. Das Fenster zum Schacht war mit vergilbten Zeitungsseiten abgedeckt. Ich riß sie weg, und ein Strahl milchigen Lichts durchbohrte das Dunkel. »Jesus, Maria und Josef«, murmelte die Pförtnerin neben mir. Das Zimmer ertrank in Kruzifixen. Zu Dutzenden hingen sie an Schnüren vom Balkenwerk und bedeckten an Nägeln die Wände. Man konnte sie in den Ecken erahnen, mit dem Messer in die Möbel geritzt, auf die Fliesen gekratzt, rot auf die Spiegel gemalt. Die Fußspuren, die zur Türschwelle führten, zeichneten im Staub einen Weg um ein bis auf den Sprungfederrahmen entblößtes Bett herum, nur noch ein Skelett aus Draht und wurmstichigem Holz.

Das Geheimnis des Julian Carax und seine Verbindung zu den verschiedenen Charakteren ist sehr gut durchdacht und wird nicht auf halber Strecke bereits offensichtlich, so dass man tatsächlich bis zum Schluss mit Daniel gemeinsam rätseln kann.

Ich glaube, wer Barcelona kennt, wird sich über die zahlreichen Ortserwähnungen im Buch sehr freuen. Es gibt sogar einen Reiseführer für Barcelona, der speziell auf die Schauplätze in Zafóns Büchern eingeht.


doof:

Mein eigentlich einziger, aber recht großer Kritikpunkt am Buch ist, dass es sowohl in der erzählten Zeit als auch in der Anzahl der Charaktere ziemlich ausufert. Viele Charaktere sind zwar sehr liebenswert und das Einbinden ihrer Hintergrundgeschichte stört eigentlich auch nicht, allerdings ist es mitunter schon etwas herausfordernd, den Überblick zu behalten (vor allem, wenn man ein paar Tage Lesepause hatte). Eher nervig ist aber der Protagonist Daniel selbst, den man beispielsweise durch sämtliche pubertären Trotzphasen begleiten darf, die zwar nicht schlecht geschrieben sind, aber die Suche nach Carax verdrängen und den Protagonisten sehr unsympathisch machen.
Sehr unglaubwürdig ist außerdem die geistige Reife des angeblich erst zehnjährigen Daniel, der eher wie jemand mindestens jenseits der 30 wirkt.

Das alles trifft allerdings hauptsächlich auf etwa das erste Drittel des Buches zu, kommt man endlich an die Stelle, an der Daniel die Suche nach Carax wieder ernsthaft aufnimmt, kommt das ganze wieder deutlich in Fahrt. An dieser "Hürde" bin ich beim ersten Leseversuch hängen geblieben.

Fazit:

Man benötigt doch etwas Durchhaltevermögen, denn dieses Buch lässt sich nicht so leicht nebenbei "weglesen". Wer durchhält, wird schließlich mit einer sehr spannenden Geschichte und vielen hervorragenden Einzelszenen belohnt. Es gibt wirklich einige unglaublich atmosphärische Szenen bei denen ich sicher bin, dass ich mich noch lange daran erinnern werde.

Untern Strich, ich würde das Buch weiterempfehlen, jedoch eher an Leseratten und nicht an jemanden, dem ich grade das Lesen an sich schmackhaft machen will.

Und weil es so viele zitatwürdige schöne Stellen gibt, muss ich hier noch unzusammenhängend zwei davon zum besten geben:
Jedes einzelne Buch hat eine Seele. Die Seele dessen, der es geschrieben hat, und die Seele derer, die es gelesen und erlebt und von ihm geträumt haben. Jedesmal, wenn ein Buch in andere Hände gelangt, jedesmal, wenn jemand den Blick über die Seiten gleiten läßt, wächst sein Geist und wird stark.
Einmal hörte ich einen Stammkunden in der Buchhandlung meines Vaters sagen, wenige Dinge prägten einen Leser so sehr wie das erste Buch, das sich wirklich einen Weg zu seinem Herzen bahne. Diese ersten Seiten, das Echo dieser Worte, die wir zurückgelassen glauben, begleiten uns ein Leben lang und meißeln in unserer Erinnerung einen Palast, zu dem wir früher oder später zurückkehren werden, egal, wie viele Bücher wir lesen, wie viele Welten wir entdecken, wieviel wir lernen oder vergessen. Für mich werden diese verzauberten Seiten immer diejenigen sein, die ich auf den Gängen des Friedhofs der Vergessenen Bücher fand.

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Freitag, 29. November 2013

Apfel-Mandel-Schoko-Cupcakes mit Zimttopping

Aloha!

Neulich hab ich mein Rezept für die Multioptionsmuffins etwas winterlich abgewandelt und ein leckeres Buttercremetopping mit Zimt dazugemixt. Heraus kamen unglaublich leckere Cupcakes!

soooo lecker...
So könnt ihr die Cupcakes nachbacken:
  

Der Teig:

Bedient euch des  Rezepts für die Multioptionsmuffins. Da bei den Cupcakes noch viel Topping drauf kommt, sollten sie nicht zu hoch befüllt werden. Das Rezept mit seinen Mengenangaben reicht daher hier nicht für 12, sondern eher für 24 Stück.
Nachdem ihr die Eier eingerührt habt, schneidet ein bis zwei Äpfel hinein. Ich habe die Stücke sehr klein geschnitten (~ 5 mm große Würfel), weil ich noch nicht wusste, wie gut der Teig sie hält. Geht aber sicher auch etwas gößer... Außerdem kommen ca. 60 g gehackte Mandeln hinein.
Wenn ihr beim Mehl seid, gebt noch 2 Esslöffel Backkakao hinzu.
Da die Apfelstückchen Feuchtigkeit abgeben war es bei mir am Ende nicht mehr nötig, noch Milch hinzuzugeben. Wenig Teig in die Formen geben, da wie gesagt später ja noch das Topping drauf kommt.

Die Apfelstückchen fallen gar nicht auf, nächstes mal
kann ich sie wohl doch etwas größer lassen ;)

Das Topping:

Für 24 Stück: 130 g Doppelrahmfrischkäse und 80g weiche Butter schaumig rühren.
Dazu 1 - 2 TL Zimt geben und 330 g Puderzucker hineinsieben und nach und nach einrühren.
Falls es zu flüssig ist, entweder noch mehr Puderzucker dazugeben oder die Pampe eine Weile in den Kühlschrank stellen. Mit einer Spritztüte oder einem Frühstücksbeutel mit aufgeschnittener Ecke dann die abgekühlten Cupcakes damit dekorieren und ein paar Schokoladen- oder Zuckerstreusel daraufgeben.

Die fertigen Cupcakes sollten dann auch lieber kühl lagern...


Sonntag, 24. November 2013

Billig kochen: Brokkoli und Nudeln in Bechamel-Käse-Pilz-Kräutersauce

Aloha,

Hier das erste Rezept meiner Studenten-ohne-BAFöG-Küche: eine meiner Lieblingsvariationen mit Nudeln, aber ohne Pesto.
Brokkoli hat so gut wie keinen Eigengeschmack, ist billig und gesund. Also mixe ich es gern in alle möglichen Gerichte mit rein. Außerdem gibt es in diesem Rezept reichlich Pilze und Kräuter. Wer keine Pilze zur Hand hat, der kann auch einfach eine Kräutersauce draus machen, das schmeckt auch toll - oder die Pilze durch kleine Röstzwiebeln ersetzen, falls zur Hand.

Ich gebs zu, die Pilze und Kräuter sieht man nicht gut, aber sie sind da! =)

Zutaten:

Basis:
- Penne Nudeln (Aldi Süd: 500 g für 0,49 €, ca. 125 g nötig)
- Brokkoli (Aldi Süd: 750g gefroren für ca. 1,29 €, pro Portion ca. 125 g nötig)

Sauce (reicht für jeweils 3 Essen):
- 1 Päckchen Bechamelsauce (300 ml für 0,89 €)
- eine Scheibe Edamer (400g, d.h. 10 Scheiben für 1,99€)
- Hand voll getrocknete Pilze (habe ich selbst gesammelt)
- Hand voll Kräuter (selbst gezogen)
- Pfeffer
- Schluck Milch

Preis pro Portion: etwa 0,70 €

Nudeln und Brokkoli normal kochen (geht auch gemeinsam in einem Topf) und abgießen.
Die Bechamelsauce in einem Topf erwärmen, getrocknete Pilze und eine Scheibe Edamer (in kleine Stückchen gezupft) hinzugeben. Kurz zum kochen bringen und mit Milch strecken, bis die gewünschte Konsistenz entsteht (die getrockneten Pilze saugen viel auf) und der Käse geschmolzen ist. Dann vom Herd nehmen und Kräuter einrühren. Besonders lecker ist Kresse, gut geht auch Schnittlauch, geringe Mengen Basilikum und etwas Minze und/oder Salbei. Ich hab auch schon Blütenblätter von Ringelblumen und etwas Rosmarin benutzt. Das ganze ordentlich mit frisch gemahlenem Pfeffer würzen.

Der "Preishammer" an diesem Gericht ist die fertige Bechamelsauce. Allerdings werden selbstgemachte Saucen aus Sahne, Frischkäse etc. unterm Strich auch nicht merklich billiger, sondern nur aufwendiger. Die Bechamelsauce in der Pappverpackung kann man außerdem lange und bequem lagern, daher ziehe ich sie dem Selbstgemixe aus der verderblicheren Sahne etc. vor.

Im Kühlschrank lässt sich die Sauce gut noch ein oder zwei Tage halten. Falls sie dabei nachdickt, kann man einfach weiter mit Milch verdünnen, nochmal erwärmen und gut umrühren. Pfeffer und Kräuter sollte man dann aber ggf. direkt auf dem Teller mit der Sauce vermixen, damit sie immer frisch sind und nicht in der Sauce aufweichen...

Dienstag, 19. November 2013

Kochen für Arme, Faule und Untalentierte - Grundzutaten

Aloha ihr Lieben,

als ich mir vorhin Mittagessen gemacht habe kam mir die Idee, mal einige meiner zusammengebastelten Rezepte zu posten. Wenn ich etwas koche, muss das
  • billig
  • schnell
  • einfach
gehen, denn ich bin arme Studentin, habe eigentlich keinen Bock auf Kochen und bin eigentlich auch nicht sonderlich begabt bei der ganzen Sache.

Nun hält sich, vor allem bei meiner Muddi und bei Freund, hartnäckig das Vorurteil, dass die Feri sich ja monatelang nur von Nudeln mit Pesto ernähren würde, wenn man sie nicht ab und zu zum Auflauf zwingen oder ihr ein Care-Paket mit Nahrung* schicken würde. Ich geb zu, dass Nudeln und Pesto einen großen Teil meiner Nahrung ausmachen, aber so einfallslos und einseitig ess ich ja nun wirklich nicht!

Da bestimmt auch andere gern etwas Abwechslung auf einen dürftigen Speiseplan bringen möchten, werd ich jetzt ab und an, wenn ich grad wieder etwas koche was mir bloggenswert erscheint, ein kleines Rezept verraten. Zunächst schlage ich euch hier aber ein paar Zutaten vor, die wenig oder gar nichts kosten und die sich für sehr viele Rezeptvariationen nutzen lassen. Ja, kochen ohne diese Sachen ist natürlich noch billiger. Aber das sind Investitionen von wenigen Euro, von denen man sehr lange was hat.

Grundzutaten für billiges Kochen


Kräuter

Was ist der Unterschied zwischen Spaghetti Napoli im Restaurant und Spaghetti mit Tomatensauce aus der Fertigpackung von Aldi? Richtig, die Basilikumblättchen in der Mitte! Fast alles lässt sich mit ein paar frischen Kräutern hübscher, aber auch leckerer und gesünder machen. Es ist erstaunlich, wie viel Unterschied so ein bissel Grünzeug macht!
Kresse und Basilikum auf dem Balkon
 
Kräuter kann man selbst ziehen oder einfach für 1 - 2 Euro das Stück im Supermarkt kaufen und auf der kleinsten Fensterbank halten. Mit ein bisschen Pflege habt ihr locker ein Jahr oder länger Freude an einem Pott! Dazu einige Hinweise:
  • Kräuter aus dem Supermarkt möglichst bald in einen etwas größeren Topf umtopfen und mindestens 1,5 - 2 cm frische Erde ringsum hinzugeben. Dann braucht man sich meist gar keinen Kopf mehr ums Düngen machen und sie werden recht üppig. Ohne Umtopfen sind mir die meisten Kräuter immer sehr schnell eingegangen.
  • Beim Abschneiden möglichst nicht einzelne Blätter abreißen sondern darauf achten, den Stiel einige Millimeter oberhalb eines Blattpaares zu kappen. Dadurch verzweigt sich die Pflanze demnächst an dieser Stelle und wird buschiger, anstatt nur lange dünne Triebe nach oben zu bekommen.
  • Von Zeit zu Zeit kann es sinnvoll sein, die Kräuter vorsichtig bis kurz über der ersten Blattverzweigung zurückzuschneiden - die abgeschnittenen Teile können getrocknet werden oder für "Großprojekte" wie ein selbstgemachtes Pesto etc. verwendet werden.
  • Falls sie zu schlapp sind und gedüngt werden müssen, gibt es spezielle Kräuterdünger. Die kosten zwar etwas, sind aber empfehlenswert, da sie für den Verzehr unbedenklich sind und wirklich ewig halten.
Welche Kräuter man wählt ist natürlich Geschmackssache und kommt darauf an, was man tatsächlich regelmäßig verwendet. Meine drei wichtigsten sind Basilikum (für Saucen und Pizza), Schnittlauch (auf Brote, in helle Saucen) und Petersilie (Brote, Saucen, Dekoration, Eintöpfe). Außerdem habe ich noch Oregano und Thymian (hauptsächlich Saucen, Pizza), Minze (helle Saucen, Tee und Cocktails), Salbei (Tee, manchmal helle Saucen) und Rosmarin (Saucen).

Sehr toll ist Brunnenkresse für helle Saucen und aufs Brot, allerdings lohnt es sich bei der meistens nur, sie selbst aus Samen zu ziehen und dann auch direkt aufzubrauchen. Fürs Fensterbrett gibt es flache Tonschalen, in die man die Samen ohne Erde hineingeben kann, um sie sauber und bequem zu züchten und zu ernten. Die finde ich sehr praktisch, weil man darin weniger Schimmelprobleme hat als z.B. in Pastikbehältern.

Pilze

Was, Pilze? Die sind doch sauteuer!
Jawoll sind sie. Und ich benutz am liebsten Steinpilze und Pfifferlinge. In exorbitanten Mengen! Weil ich die Dinger nämlich einfach selbst suche, da kosten sie mich keinen Pfifferling *höhöhö & schenkelklopf* Mit meinen Eltern bin ich seit fast 20 Jahren regelmäßig im herbstlichen Wald unterwegs, um die Vorräte wieder aufzufüllen. Die frischen Pilze kann man abbürsten und dann einfach direkt für z.B. Eintöpfe verwenden. Schneidet man die Pilze allerdings klein und trocknet sie, ausgelegt auf Backpapier auf großen Pappen, so kann man sie in etwas luftdurchlässigen Behältnissen und dunkel & trocken locker das ganze Jahr über lagern. Will man sie benutzen, so kann man sie entweder in Wasser wieder aufquellen lassen oder beim Kochen direkt in Saucen etc. hineingeben (hier empfiehlt es sich aber, die Saucen mit Milch bzw. Wasser etwas zu strecken, da die Pilze viel aufsaugen).
...die stehen da nicht mehr lange ;)
 
Pilze sanmmeln macht auch einfach Spaß, ist ja fast wie Ostern und befriedigt den Such- & Sammeltrieb. Außerdem bekommt man einen ruhigen Spaziergang im Wald dazu. Wann und wo welche Pilze wachsen, erfährt man z.B. auf dieser Homepage. Für Neulinge empfiehlt es sich unbedingt, jemanden der sich schon auskennt bei der Suche zu begleiten und erstmal nur leicht identifizierbare Pilze zu sammeln. Oft werden in den Herbstmonaten regional Pilztouren für einen kleinen Obolus angeboten - einfach mal googeln! Oder in der Bücherei nach guten Pilzbestimmungsbüchern schauen. Nicht auf eigene Faust losgehen und einfach irgendwelche Pilze essen! Viele Anfänger verwechseln genießbare Pilze mit giftigen Pilzen!

Gewürze

Gewürze machen den geschmacklichen Unterschied zwischen preiswert & lecker und billig & dahingeklatscht. Ich muss allerdings zugeben, dass ich gewürztechnisch noch nicht allzu versiert bin (und dass ich latent mit viel zu wenig Salz koche, z.B. mein Nudelwasser ist prinzipiell ungesalzen *hust*).

Worauf ich aber auf jeden Fall achte, ist guter Pfeffer! Nicht der olle Pulverpfeffer, der lockt ja nun wirklich niemanden hinterm Ofen hervor. Investiert in eine Pfeffermühle (oder lasst euch eine zu Weihnachten schenken) und kauft den Pfeffer als Kugeln, die ihr damit zermahlt - schmeckt deutlich (!) besser.

Hochwertige Gewürze bekommt man in großen Mengen und sehr preiswert vor allem in z.B. türkischen Geschäften oder auf Märkten. Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass man sie direkt in Tüten kaufen kann und die teuren und später weggeworfenen Plastikbehälter nicht mitbezahlen muss.


* Typischer Inhalt eines solchen Paketes: Zahncreme, Konservendosen mit Erbsen & Möhrchen, asiatische Fertigsuppen, Schokolade, Deo, Socken, Haarreifen, manchmal ein in Luftpolsterfolie eingewickelter Kohlrabi und (höhö) Pesto.

Donnerstag, 14. November 2013

Polnischer Apfelkuchen

Aloha,

heute möchte ich mal wieder ein Rezept bloggen. Freund hat ausgewählt und wollte den polnischen Apfelkuchen, der etwas schokoladig und ziemlich saftig ist. Das Rezept dazu, welches ich vor einiger Zeit von seiner Mutter bekam, ist so ziemlich das chaotischste Rezept, das ich je ausprobiert hab (und das will schon was heißen nach meinem komischen Plätzchenrezept!).

Wie das meiste was ich backe sieht es zwar blöd aus, ist aber richtig lecker!

Seid ihr bereit für die polnischste Backaktion, die eure Küche jemals gesehen hat? Dann zückt eine riiiichtig große Schüssel, einen dicken Holzlöffel und ein Glas. Das Glas ist besonders wichtig, weil wir uns nicht mit Grammangaben oder ähnlichem aufhalten werden, sondern einfach das Glas nehmen, um alles abzumessen. Daher hier auch der obligatorische Hinweis: ihr müsst immer das gleiche Glas benutzen. Nicht das Glas wechseln. Für alles das gleiche Glas. Anscheinend ist das wirklich wichtig, denn mir wurde es gefühlt 20 mal gesagt, als ich das Rezept bekam...
Mithilfe des Glases (immer das gleiche!) füllt ihr nun folgende Zutaten ab und kippt sie schichtenweise und möglichst gleichmäßig übereinander in die Schüssel:
  • 4 Gläser zerschnittene Äpfel (ruhig mit Schale)
  • 1/2 Glas gehackte Mandeln oder gehackte Nüsse (eine 100 g Packung reicht)
  • 1/2 Glas Rosinen
  • 1 Glas Zucker
  • eine Packung Vanillinzucker
  • 2 Gläser Mehl
  • 1/2 Teelöffel Zimt
  • 1 Teelöffel Natron (gibts neben dem Backpulver)
  • 1 Teelöffel Backpulver
  • 2 Esslöffel Kakao (Backkakao macht es schokoladiger, Trinkkakao geht auch, dann wird der Kuchen allerdings heller und schmeckt weniger schokoladig, aber trotzdem lecker)
  • 4 vorher verrührte Eier
  • 2/3 Glas (zwei Drittel) Sonnenblumenöl
Hier seht ihr mein Glas (ganz wichtiges Item!) und die Apfelstückchengröße

Das sieht jetzt erstmal etwas merkwürdig aus, aber widersteht dem Drang es zu rühren und lasst es erstmal 30 Minuten lang so stehen. Dann zückt den dicken Holzlöffel und verrührt alles ganz rustikal per Hand. Es entsteht eine klebig-zähe Pampe, die auf einem Backblech verteilt wird. Ich lege dabei einfach Alufolie unter, dann lässt sich der Kuchen am besten lösen.

Bah is das klebrig...

Bei 180°C kommt er dann ca. 40 Minuten in den Ofen. Danach kann er mit Schokoladenkouvertüre oder mit Puderzucker bedeckt werden, damit man bei den entstehenden Kuchenschnitten noch erkennt, wo oben und unten sein soll.

PS: Immer das gleiche Glas nehmen!

PPS: Wer mit seinem Glas nun gar nicht klar kommt, weil er korrekterweise bemängelt, dass sich das Verhältnis des Volumens des Ess-/Teelöffels bzw. des Backbleches und damit der Dicke des Kuchens zum Volumen des Glases signifikant verändern kann da das Glasvolumen nicht genormt ist, der sei informiert, dass mein Glas etwa 300 ml fasste und der Kuchen damit ganz gut wurde.

Dienstag, 12. November 2013

Spaß mit O2

Aloha,

eigentlich dachte ich, dass ich in diesem Blog keine Resignationsposts mehr schreiben würde wie in meinem alten Blog. Immerhin hab ich jetzt den weltbesten Freund, der sogar heimwerken kann, und die Uni schafft es (hoffentlich) auch nicht mehr, ihre bisherigen Knüller noch zu überbieten.

Trotzdem bin ich, ein dank Yoga und Resignationsadaption tiefenentspannter Mensch, grad zur Weißglut getrieben. Diesmal von einem Verein von dem ich bislang immer ein recht gutes Bild hatte und wo ich mehr als 10 Jahre treuer Kunde war: mein Mobilfunkanbieter O2.

Ausgangszustand: Feri hat seit Jahren eine O2- & Festnetzflat plus 100 Frei-SMS und Homezone für ihr Dumbphone. War sinnvoll, weil Feri im Wohnheim kein Festnetz hatte, aber mehrmals die Woche mit Muddi & Omi foniert. Ist nun nicht mehr sinnvoll, weil das Geld zum Ende des Studiums echt knapp wird und inzwischen "richtiges" Festnetz vorhanden ist. Simyo bietet derweilen einen Tarif an, mit dem Feri mehr als 15 Euro im Monat sparen würde, wenn die Festnetztelefonate nicht mehr übers Handy gehen. Das würde wieder für 2 Wochen Nudeln mit Pesto ausreichen, also den Grad ihrer Armutbedingten Unterernährung signifikant vermindern.

Also möchte ich das ganze kündigen. Natürlich stell ich das im April fest und das nächstfrühere Vertragsende ist der 1.3. nächstes Jahr. Naja, egal, muss man durch. Vielleicht kann man aber den Tarif wechseln... Der unfreundliche Shopmitarbeiter verliert aber schlagartig das Interesse, als er ahnt, dass ich kein Iphone mit dickem Vertrag kaufen will, sondern Geld sparen möchte. Daher werde ich recht rabiat und unfreundlich abgefertigt mit "Nee, is alles nich möglich! Und unser O2 ist viel besser als Simyo, die haben scheiß Netze. Wenn sie lieber nen Trabbi fahren wollen als nen Ferrari, dann müssen Sie eben kündigen, aber per Post, nich bei mir!" (kurze Anmerkung am Rande: Simyo nutzt das Netz von E-Plus, das praktisch gleichwertig ist).

Also gut, ich such die Adresse raus und pack das ganze in die to-do-Liste. Vor einigen Wochen nun wollte ich das ganze in Angriff nehmen, damit die Kündigung fristgerecht eingeht. Dabei stell ich fest, dass ich eben doch auf einen (absolut unsinnigen) Tarif wechseln könnte, der monatlich kündbar ist. Das mach ich auch gleich und lasse die Kündigung vormerken, die ich dann nur noch telefonisch bestätigen muss. Juchu.

Nachdem ich dann eine gute halbe Stunde in der Hotline gewartet habe und munter weiterverbunden wurde, sagt mir der inzwischen 3. Mitarbeiter am Hörer, dass Vertragsänderung und Tarifänderung was anderes ist. Und dass der Tarifwechsel das Vertragsende noch einen Monat nach hinten geschoben hat. Was angeblich "dick und fett" beim Tarifwechsel angezeigt wurde (d.h. ich bin offenbar blind, denn ich hab mir den Tarifwechsel extra lang angeguckt, denn ich will ja unbedingt so früh wie möglich und so billig wie möglich raus!). Nuja, dann möchte ich den Tarifwechsel eben wieder rückgängig machen, was mir ja gesetzlich zugesichert wird. Das allerdings geht wieder nicht über die Hotline, da muss ich eine Mail an den Kundenservice schreiben.

Das mach ich dann auch gleich und warte erstmal (mit einem absolut unbrauchbaren Tarif, bei dem ich das Handy nicht benutze) eine Woche, bis ich Nachricht bekomme. Und zwar, dass der Rücktritt vom Tarif nicht per Mail geht, sondern über den Kundenservice-Chat.

Aaaaalso auf zum Chat. Hier dauert es sogar noch länger als in der Hotline: nach knapp einer Stunde und 5 Weiterverbindungen sagt mir endlich ein Mitarbeiter, dass er den Rücktritt vom Tarifwechsel veranlassen wird. 5 weitere Tage später hab ich schließlich endlich meinen alten Tarif wieder und kann wiederum die Kündigung vormerken (die bis 1.12. jetzt langsam mal bestätigt werden muss, was aber während der ganzen Umstellung nicht ging). Dabei steht nun im Kundencenter ganz dezent, dass das Vertragsende nicht der 1.3.2014, sondern der 1.1.2015 ist. Ich glaub, es hakt!!!
Der erneute Chat erforderte diesmal nur 15 Minuten Wartezeit für die Auskunft, dass mir der Mitarbeiter auch nicht helfen kann. Ich solle erstmal kündigen und dann würde man mir das frühestmögliche Datum sagen... Also werd ich heute Abend wieder ein Stündchen in der Hotline verbringen. Und wenn die mir das nicht zum ursprünglichen Termin kündigen, schnapp ich mir heute Nacht eine Flasche Tequila und werd jeder O2-Filiale in der Stadt ein Häufchen auf die Fußmatte setzen. Und jedem, der mir über den Weg läuft, von O2 abraten, da die überteuerten Preise nichtmal durch guten Service gerechtfertigt werden können (wo ich grad dabei bin, unser DSL läuft auch über O2 und es gibt mehrmals pro Woche Verbindungsprobleme, der Vertrag wird allerdings auch gekündigt).

So. Dampf abgelassen, nu bin ich erstmal wieder entspannt (bis zum Hotlinetelefonat heute Abend)...