Dienstag, 19. November 2013

Kochen für Arme, Faule und Untalentierte - Grundzutaten

Aloha ihr Lieben,

als ich mir vorhin Mittagessen gemacht habe kam mir die Idee, mal einige meiner zusammengebastelten Rezepte zu posten. Wenn ich etwas koche, muss das
  • billig
  • schnell
  • einfach
gehen, denn ich bin arme Studentin, habe eigentlich keinen Bock auf Kochen und bin eigentlich auch nicht sonderlich begabt bei der ganzen Sache.

Nun hält sich, vor allem bei meiner Muddi und bei Freund, hartnäckig das Vorurteil, dass die Feri sich ja monatelang nur von Nudeln mit Pesto ernähren würde, wenn man sie nicht ab und zu zum Auflauf zwingen oder ihr ein Care-Paket mit Nahrung* schicken würde. Ich geb zu, dass Nudeln und Pesto einen großen Teil meiner Nahrung ausmachen, aber so einfallslos und einseitig ess ich ja nun wirklich nicht!

Da bestimmt auch andere gern etwas Abwechslung auf einen dürftigen Speiseplan bringen möchten, werd ich jetzt ab und an, wenn ich grad wieder etwas koche was mir bloggenswert erscheint, ein kleines Rezept verraten. Zunächst schlage ich euch hier aber ein paar Zutaten vor, die wenig oder gar nichts kosten und die sich für sehr viele Rezeptvariationen nutzen lassen. Ja, kochen ohne diese Sachen ist natürlich noch billiger. Aber das sind Investitionen von wenigen Euro, von denen man sehr lange was hat.

Grundzutaten für billiges Kochen


Kräuter

Was ist der Unterschied zwischen Spaghetti Napoli im Restaurant und Spaghetti mit Tomatensauce aus der Fertigpackung von Aldi? Richtig, die Basilikumblättchen in der Mitte! Fast alles lässt sich mit ein paar frischen Kräutern hübscher, aber auch leckerer und gesünder machen. Es ist erstaunlich, wie viel Unterschied so ein bissel Grünzeug macht!
Kresse und Basilikum auf dem Balkon
 
Kräuter kann man selbst ziehen oder einfach für 1 - 2 Euro das Stück im Supermarkt kaufen und auf der kleinsten Fensterbank halten. Mit ein bisschen Pflege habt ihr locker ein Jahr oder länger Freude an einem Pott! Dazu einige Hinweise:
  • Kräuter aus dem Supermarkt möglichst bald in einen etwas größeren Topf umtopfen und mindestens 1,5 - 2 cm frische Erde ringsum hinzugeben. Dann braucht man sich meist gar keinen Kopf mehr ums Düngen machen und sie werden recht üppig. Ohne Umtopfen sind mir die meisten Kräuter immer sehr schnell eingegangen.
  • Beim Abschneiden möglichst nicht einzelne Blätter abreißen sondern darauf achten, den Stiel einige Millimeter oberhalb eines Blattpaares zu kappen. Dadurch verzweigt sich die Pflanze demnächst an dieser Stelle und wird buschiger, anstatt nur lange dünne Triebe nach oben zu bekommen.
  • Von Zeit zu Zeit kann es sinnvoll sein, die Kräuter vorsichtig bis kurz über der ersten Blattverzweigung zurückzuschneiden - die abgeschnittenen Teile können getrocknet werden oder für "Großprojekte" wie ein selbstgemachtes Pesto etc. verwendet werden.
  • Falls sie zu schlapp sind und gedüngt werden müssen, gibt es spezielle Kräuterdünger. Die kosten zwar etwas, sind aber empfehlenswert, da sie für den Verzehr unbedenklich sind und wirklich ewig halten.
Welche Kräuter man wählt ist natürlich Geschmackssache und kommt darauf an, was man tatsächlich regelmäßig verwendet. Meine drei wichtigsten sind Basilikum (für Saucen und Pizza), Schnittlauch (auf Brote, in helle Saucen) und Petersilie (Brote, Saucen, Dekoration, Eintöpfe). Außerdem habe ich noch Oregano und Thymian (hauptsächlich Saucen, Pizza), Minze (helle Saucen, Tee und Cocktails), Salbei (Tee, manchmal helle Saucen) und Rosmarin (Saucen).

Sehr toll ist Brunnenkresse für helle Saucen und aufs Brot, allerdings lohnt es sich bei der meistens nur, sie selbst aus Samen zu ziehen und dann auch direkt aufzubrauchen. Fürs Fensterbrett gibt es flache Tonschalen, in die man die Samen ohne Erde hineingeben kann, um sie sauber und bequem zu züchten und zu ernten. Die finde ich sehr praktisch, weil man darin weniger Schimmelprobleme hat als z.B. in Pastikbehältern.

Pilze

Was, Pilze? Die sind doch sauteuer!
Jawoll sind sie. Und ich benutz am liebsten Steinpilze und Pfifferlinge. In exorbitanten Mengen! Weil ich die Dinger nämlich einfach selbst suche, da kosten sie mich keinen Pfifferling *höhöhö & schenkelklopf* Mit meinen Eltern bin ich seit fast 20 Jahren regelmäßig im herbstlichen Wald unterwegs, um die Vorräte wieder aufzufüllen. Die frischen Pilze kann man abbürsten und dann einfach direkt für z.B. Eintöpfe verwenden. Schneidet man die Pilze allerdings klein und trocknet sie, ausgelegt auf Backpapier auf großen Pappen, so kann man sie in etwas luftdurchlässigen Behältnissen und dunkel & trocken locker das ganze Jahr über lagern. Will man sie benutzen, so kann man sie entweder in Wasser wieder aufquellen lassen oder beim Kochen direkt in Saucen etc. hineingeben (hier empfiehlt es sich aber, die Saucen mit Milch bzw. Wasser etwas zu strecken, da die Pilze viel aufsaugen).
...die stehen da nicht mehr lange ;)
 
Pilze sanmmeln macht auch einfach Spaß, ist ja fast wie Ostern und befriedigt den Such- & Sammeltrieb. Außerdem bekommt man einen ruhigen Spaziergang im Wald dazu. Wann und wo welche Pilze wachsen, erfährt man z.B. auf dieser Homepage. Für Neulinge empfiehlt es sich unbedingt, jemanden der sich schon auskennt bei der Suche zu begleiten und erstmal nur leicht identifizierbare Pilze zu sammeln. Oft werden in den Herbstmonaten regional Pilztouren für einen kleinen Obolus angeboten - einfach mal googeln! Oder in der Bücherei nach guten Pilzbestimmungsbüchern schauen. Nicht auf eigene Faust losgehen und einfach irgendwelche Pilze essen! Viele Anfänger verwechseln genießbare Pilze mit giftigen Pilzen!

Gewürze

Gewürze machen den geschmacklichen Unterschied zwischen preiswert & lecker und billig & dahingeklatscht. Ich muss allerdings zugeben, dass ich gewürztechnisch noch nicht allzu versiert bin (und dass ich latent mit viel zu wenig Salz koche, z.B. mein Nudelwasser ist prinzipiell ungesalzen *hust*).

Worauf ich aber auf jeden Fall achte, ist guter Pfeffer! Nicht der olle Pulverpfeffer, der lockt ja nun wirklich niemanden hinterm Ofen hervor. Investiert in eine Pfeffermühle (oder lasst euch eine zu Weihnachten schenken) und kauft den Pfeffer als Kugeln, die ihr damit zermahlt - schmeckt deutlich (!) besser.

Hochwertige Gewürze bekommt man in großen Mengen und sehr preiswert vor allem in z.B. türkischen Geschäften oder auf Märkten. Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass man sie direkt in Tüten kaufen kann und die teuren und später weggeworfenen Plastikbehälter nicht mitbezahlen muss.


* Typischer Inhalt eines solchen Paketes: Zahncreme, Konservendosen mit Erbsen & Möhrchen, asiatische Fertigsuppen, Schokolade, Deo, Socken, Haarreifen, manchmal ein in Luftpolsterfolie eingewickelter Kohlrabi und (höhö) Pesto.

1 Kommentar:

  1. Ah ich liebe Pilze! Die sind so schön fotogen! <3
    Lieben Gruß,
    Manja
    www.manja-herkner.de

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