Dienstag, 7. Januar 2014

Platz da! Teil 1: Motivation

Heute gehts erstmal um die Motivation: Warum überhaupt die Mühe machen und entrümpeln? Passt doch aktuell alles noch irgendwie in den Schrank...


5 Hauptgründe fürs Entrümpeln:
  • Man spart Zeit und Nerven. Das Entrümpeln erscheitn erstmal langwierig, aber je weniger unnützen Krempel man hat, desto schneller findet man die wirklich wichtigen Sachen in den Schränken. Man muss nicht mehr immer erst aufräumen oder zig Sachen hochheben wenn man putzen möchte. Und spätestens beim nächsten Umzug freut man sich, wenn man regelmäßig mal entrümpelt hat.
  • Ein zugestopfte Räume, Schubladen und Schränke sind "optischer Stress". Man hat überall um sich rum herum Dinge, die man permanent wahrnimmt, und das nagt an der Konzentration. Ein leerer Schreibtisch und ein Fußboden, auf dem nichts herumliegt, entspannt doch, oder?
  • Krempel nimmt viel Platz weg, der anders genutzt werden könnte. Ich wollte beispielsweise immer gern eine Leseecke mit einem gemütlichen Sessel haben, aber hatte nie den Platz - dachte ich. Eigentlich war der Platz da, nur durch Krempel blockiert. Ich habe  so viel aussortiert, dass ich mich von einem Regal trennen konnte, an dessen Stelle jetzt der Sessel gerückt ist. Schaut hier auf meinem alten Blog nach!
  • Krempel ist manchmal eine kleine Wertanlage. Wenn man sich tatsächlich mal nicht nur von Schrott, sondern auch von "normalen" Dingen trennt, weil man feststellt, dass man sie eigentlich nicht mehr benutzt oder nicht mehr benötigt, kann man mitunter noch einiges an Geld mit dem Verkauf verdienen. Meinen Sessel, den ich mir ansonsten nicht hätte leisten können, sowie den einen Flug nach New York (und zurück) habe ich mir letztes Jahr komplett durch aussortierten Krempel finanziert! Und davon hab ich allemal mehr, als wenn ich die alten Sachen noch behalten hätte.
  • Entrümpeln kann echt spannend sein! Dadurch findet man manchmal tolle Dinge oder Erinnerungen wieder, die man schon total vergessen hat. Oder man bekommt tolle neue Dekoideen oder findet neue Nutzungen für alte Dinge, die damit auf einmal total praktisch werden!

Faule Ausreden um Dinge zu behalten:

Selbst wenn man schon eifrig am entrümpeln ist, gibt es immer wieder Momente, wo man etwas in der Hand hält und einem zig Argumente durch den Kopf gehen, warum man es unbedingt behalten muss. Selbst, wenn man es seit geraumer Zeit nicht mehr benutzt oder schon komplett vergessen hat... Auch mir passiert das immer wieder, daher sollte man sich einige Sachen immer vor Augen halten:

  • "Das hat mal Geld gekostet, wenn ichs jetzt entrümpel, bekomme ich ja weniger oder gar kein Geld mehr zurück!"
Ja, das ist der Regelfall. Gegenstände kosten Geld und die meisten verlieren mit der Zeit an Wert. Allerdings nutzt es einem auch nichts, einen ungebrauchten Gegenstand deswegen weiterhin aufzuheben - es wird nie wieder jemand den Preis dafür bezahlen, den man selbst bezahlt hat. Je früher man sich jetzt aber davon trennt, desto wertvoller ist er aber im Regelfall noch und desto mehr kann man wieder daran verdienen.
Selbst, wenn man nichts mehr dafür bekommt: der Gegenstand hat einem ja auch genutzt oder einen erfreut für das Geld, was man investiert hat. Und wenn er nicht mehr gebraucht wird, kann er den Platz freimachen. Durchs Herumliegen wirft Gerümpel jedenfalls auch kein Geld mehr ab!

  • "Das hat mir aber xy geschenkt..."
Deswegen liebe ich Weihnachten so. Jeder fühlt sich genötigt, etwas zu schenken, und solange es halbwegs brauchbar scheint, wird ohne schlechtes Gewissen die Wohnung anderer Menschen "zugekrempelt". Die allerdings benötigen den Gegenstand in den meisten Fällen überhaupt nicht (ansonsten hätten sie ihn sich gewünscht oder bereits selbst gekauft) und haben dann Gewissensbisse, geschenkte Dinge zu entrümpeln. Sofern es sich nicht um etwas handelt, an dem wirklich Erinnerungswert hängt, sollte man sich nicht allzuviel Gedanken drum machen und es ruhig entrümpeln. Meistens erinnern sich die Schenker schon selbst nicht mehr daran. Und falls doch mal eine Nachfrage kommt, kann man ja ehrlich sagen: man hat es gern und lange benutzt, benötigt es aber nun nicht mehr und hat es gespendet bzw. verkauft (klingt viel netter als "weggeschmissen").
  
  • "Ich könnte das irgendwann nochmal gebrauchen..."
Vielleicht. Fakt ist aber, dass es seit x Jahren schon nicht mehr benutzt wurde. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass man es nun plötzlich doch wieder verwendet? Falls es unwahrscheinlicherweise tatsächlich irgendwann noch zu gebrauchen sein könnte, lässt es sich dann ggf. einfach durch etwas anderes ersetzen oder sich irgendwo ausleihen? Ist man denn wirklich so abhängig von diesem Gegenstand, dass man ihn behalten muss, nur für "falls irgendwann"?


Ich glaube, der Grund, warum viele Menschen an Dingen festhalten, ist Angst und Unsicherheit. Man befürchtet, dass man einen Fehler macht wenn man den Gegenstand weggibt, oder dass man irgendwann wieder auf ihn angewiesen ist. Da kann man noch so beruhigend versichern, dass man in jedem Supermarkt einen Eierbecher nachkaufen könnte, wenn man tatsächlich nach 15 Jahren doch nochmal ein Frühstücksei essen möchte - irgendwo scheint da eine Urangst zu hocken und ein alter Plastikeierbecher, der jahrelang vergessen hinten im Schrank herumlag, wird plötzlich verteidigt, als gings ums Überleben. Man kann sie leichter überwinden, wenn man sich trotzdem probeweise mal von etwas trennt (oder, wenn das gar nicht geht, Dinge erstmal in die im folgenden Teil erklärte Kiste Nummer 3 tun oder als Dauerleihgabe an Freunde geben). Dann sieht man, dass es eigentlich gar nicht so schwer war und dass man nicht von diesem Gegenstand abhängig ist, und das Entrümpeln weiterer Gegenstände wird viel leichter.

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