Dienstag, 7. Januar 2014

Platz da! Teil 3: Wohin mit dem Zeug?

Viele scheuen sich davor, Dinge zu entrümpeln, weil sie denken dass es schade ist, den Gegenstand wegzuwerfen - hat ja mal Geld und Ressourcen gekostet. Völlig richtig! Aber durchs Herumliegen und Platzwegnehmen des Gegenstandes bekommt man das Geld auch nicht wieder und der Baum aus dem das Buch mal hergestellt wurde wird auch nicht wieder ungefällt. Man kann aber versuchen, für möglichst viele Dinge einen Abnehmer zu finden. So bekommt der Gegenstand wieder einen Nutzen und man verdient vielleicht sogar noch ein bisschen Geld.

Leicht gesagt, wenn man grade einen gigantischen Karton der Kategorie 2 (weitergeben) stehen hat, wer nimmt das Zeug denn jetzt?

Da ich schon ziemlich viel Krempel verteilt habe und immer versuche, so wenig wie möglich wegzuwerfen, hier meine bisherigen Ideen, wohin man was loswerden könnte. Falls ihr weitere Ideen habt, freue ich mich wahnsinnig über eure Kommentare!


Verschenken:
  • im Bekanntenkreis:
Für unglaublich viele Dinge findet sich direkt in der Nähe schon jemand, der etwas damit anfangen kann. Einfach mal überlegen - Küchenzubehör? Irgendjemand zieht doch bestimmt gerade oder bald aus und kann Teller gebrauchen! Diverser Kleinkram wie Trillerpfeifen, Magneten oder sonstwas? Darüber freut sich jeder, der kleine Preise für einen Kindergeburtstag braucht, oder Leute die Geocaching machen!

  • als Event:
Was wir im Wohnheim zu Weihnachten gemacht haben und was ein riesen Gaudi wurde: Schrottwichteln! Jeder packt 1 bis 5 Dinge ein, die er nicht mehr braucht, diese werden alle in der Mitte des Tisches gestapelt. Nun geht ein Würfel reihum, wer eine 6 wirft, nimmt sich ein Päckchen, so lange, bis alle weg sind. Dann stellt man eine Eieruhr (bewährt haben sich 20 Minuten) und würfelt weiter. Wann immer jetzt jemand eine 6 würfelt, darf er sich von jemand anderem ein Päckchen stibitzen. Wenn die Zeit um ist, darf man wenn man will noch verpacktes tauschen, ansonsten wird ausgepackt (danach kann selbstverständlich auch noch getauscht werden). Bei unserem Schrottwichteln hat doch fast jeder Gegenstand irgendwie noch für einen Lacher gesorgt oder es fand sich jemand, der es tatsächlich noch gebrauchen konnte! :)

  • an Fremde:
Über Homepages wie freecycle.org kann man so ziemlich alles verschenken an Menschen, die die Sachen dringend benötigen oder noch etwas sinnvolles damit machen können. Ein ähnliches Prinzip haben auch zahlreiche Facebookgruppen für einzelne Städte oder Regionen. Dadurch kann man lustige Leute kennenlernen, und wer weiß, vielleicht benötigt man ja selbst mal irgendwas, das man auf der Seite kostenlos bekommen kann.
Für Kleidung gibt es kleiderkreisel.de, wo man abgesehen vom verschenken auch Kleidung tauschen oder verkaufen kann. Für Bücher gibt es z.B. bookcrossing (wo man ein Buch "loslässt" und seien Reise und seien Leser nachverfolgen kann) und in vielen Regionen auch sogenannte Bücherschränke (hier gibt es eine Liste), eine Art öffentliche Biobliothek auf der Straße.


Verkaufen:
  • Onlineankauf:
Bücher, DVDs, CDs, Videospiele und Elektronik lassen sich sehr bequem direkt und auf einen Schlag online verkaufen, beispielsweise bei momox.de oder rebuy.de. Man muss nur den IBAN-Code eingeben (die Nummer die bei jedem Produkt am Strichcode steht) und schon wird einem gesagt, was man für den Gegenstand noch bekommt. Mit einem Klick fliegt es in den "Verkaufskorb". Zum Schluss tut man dann alles in ein Paket, druckt einen kostenlosen Versandaufkleber aus, klebt ihn drauf und bringt es zur Post, Hermes oder lässt es abholen. In der Regel hat man das Geld nach spätestens 1 bis 2 Wochen.
Momox und Rebuy machen manchmal unterschiedlich gute Angebote, es lohnt sich daher, beide Seiten parallel zu besuchen, zwei Pakete bereit zu stellen und bei beiden gleichzeitig die Preise zu ermitteln. Amazon.de besitzt mittlerweile auch eine Eintauschmöglichkeit, um diverse Produkte einzuschicken, allerdings erhält man dort nur Einkaufsgutscheine und kein Geld.

  • Onlineverkauf:
Wer mehr Zeit und Nerven mitbringt, kann oft etwas mehr Geld verdienen, indem er die Gegenstände einzeln direkt an Privatpersonen verkauft. So können die Dinge, die Momox und Rebuy ankaufen, auch selbst bei Amazon als gebraucht verkauft werden. Manchmal lassen sich dadurch deutlich höhere Preise erzielen. Der Nachteil ist, dass man die zu verkaufenden Sachen zunächst selbst lagern muss, bis sich ein Käufer findet, und dass alles einzeln versendet werden muss.
So ziemlich jeden Gegenstand vom angebrannten Toast bis zum Ferienhäuschen kann man auch auf Ebay versteigern. Das hat den Vorteil, dass man für vieles noch am meisten Geld bekommt und alle Sachen zeitnah etwa zwei Wochen nach dem Einstellen los wird. Nachteil ist der hohe Zeitaufwand, da man am besten jeden Gegenstand gut fotografieren und beschreiben sollte, einzelne Auktionen eingestellt werden müssen und der Geldeingang vor dem Versenden überprüft werden muss. Das Einstellen der Auktionen ist allerdings sehr einfach, und man entwickelt schnell eine gewisse Automatik. Ich mache es meist so, dass ich nach dem Einstellen schon alles verpacke, Post-Its draufklebe was in welchem Karton ist und dann nach Auktionsende nur noch die Adressen draufkleben muss. Da man meist schübeweise die Pakete zur Post bringt, hält sich der Versandaufwand eher in Grenzen als beim Verkaufen über z.B. Amazon.

  • Trödelmarkt:
Die klassische Art, Krempel loszuwerden! Vorteile des Trödelmarktes ist ganz klar der Spaß, denn hier kommt man in Kontakt mit dem Käufer und kann über den Preis verhandeln. Besonders lustig wird es, wenn man den Trödelmarkttag mit Freunden zusammen bestreitet (an gute Verpflegung und an kalten Tagen an ausreichend Glühwein denken!). Nachteil ist, dass man sehr früh aufstehen sollte, dass man leicht in Versuchung gerät, das eingenommene Geld vor Ort direkt wieder auszugeben und dass ein fahrbarer Untersatz deutlich von Vorteil wäre (was allerdings niemanden ohne Auto davon abhalten sollte trotzdem zum Trödelmarkt zu gehen - ich habe mir mit einer Freundin mal einen Platz ohne Stand, also nur mit Decke am Boden geteilt und wir haben unsere Sachen einfach in einer völlig überladenen Einkaufskarre bzw. in einer Reisetasche auf einem Skateboard herangeschafft).
Wann und wo der nächste Trödelmarkt in der Gegend stattfindet, erfährt man meist durch eine kurze Internetrecherche. Es ist aber ratsam, den Markt zunächst einmal so zu besuchen, um zu sehen, ob die dort angebotenen Waren ungefähr dem entsprechen, was man selbst verkaufen will. Nicht, dass man nachher mit seinen alten Babyklamotten inmitten von Kriegsmemorabila und Antiquitäten herumsteht...

  • Second Hand:
In einigen Städten gibt es viele Secondhand-Läden, die Kleidung in Kommission nehmen, vorrangig aber Damen- oder Kinderbekleidung. Meist funktioniert das so, dass man direkt gesagt bekommt, welchen Preis für welches Kleidungsstück man erhält, wenn es verkauft wird. Dann lässt man die Sachen einige Wochen dort und erhält danach für die verkauften Dinge das vereinbarte Geld, während man die nicht verkauften Dinge wieder mitnimmt.
  

Spenden:

Wenn sich etwas schlecht verkaufen lässt oder wenn man einfach zügig Platz schaffen will, kann man Dinge auch für einen guten Zweck oder einfach zur Freude anderer Leute spenden. Damit verdient man zwar kein Geld, aber man kann damit oft gemeinnützige Organisationen unterstützen und einen kleinen Beitrag zum Umweltschutz leisten (denn alles, was wieder- oder weiterverwendet wird, muss nicht nochmal produziert werden!). Möglichkeiten zur Spende gibt es viele, doch manchmal muss man etwas aufpassen! Wohin kann man Spenden also bringen und wem nutzen sie da?

  • Umsonstläden oder Sozialkaufhäuser:
Gibt es in fast jeder größeren Stadt, einfach mal googeln!
Das Prinzip ist interessant: in Umsonstläden werden gespendete Gegenstände umsonst wieder abgegeben. Wer möchte, kann dafür Geld für die laufenden Kosten des Geschäfts spenden. Sozialkaufhäuser verkaufen die Spenden für sehr geringe Preise weiter. Geholfen wird also armen Leuten, die hier umsonst oder zu einem sehr niedirgen Preis einen neuen Wintermantel oder Spielzeug für die Kinder besorgen können. In einigen Läden kann aber auch jeder interessierte einkaufen, unabhängig vom Einkommen.
Was für Spenden angenommen werden ist vom jeweiligen Laden abhängig, meist kann man so gut wie alles das intakt und sauber ist spenden, sogar Möbel. Sozialkaufhäuser bieten oft sogar an, die gespendeten Dinge selbst abzuholen, so dass man sich nichtmal um den Transport kümmern muss!

  • Oxfam-Shops:
Gibt es ebenfalls in fast jeder größeren Stadt. Oxfam selbst ist eine unabhängige Hilfs- und Entwicklungsorganisation. In den Shops arbeiten ehrenamtliche Helfer, der Ertrag fließt in Hilfsprojekte und entwicklungspolitische Kampagnen. Spenden an Oxfam helfen also z.B. indem bedürftige Menschen bei uns preiswert Secondhand Ware kaufen können und zusätzlich dadurch, dass Geld für z.B. Hilfe bei Katastrophen, den Bau von Schulen in Entwicklungsländern usw. bereitgestellt wird.
Gespendet werden kann alles mögliche, das ist allerdings auch vom Shop anhängig - manche Shops nehmen nur Bücher, manche nur Kleidung, viele aber alles mögliche. Am besten im Internet unter http://www.oxfam.de/shops über den Shop vor Ort informieren!
Etwas negativ bei unserem Oxfamshop vor Ort finde ich, dass die ehrenamtlichen Helferinnen meist ziemlich unfreundlich drauf sind... Aber gut, ich mein, ich helf ja nicht denen, sondern anderen Leuten, und darum lasse ich mich von der Unfreundlichkeit auch nicht davon abhalten weiterhin Spenden in den Shop zu tragen. Oxfam hat übrigens auch Kleiderspendecontainer!

  • Kleiderspendecontainer:
Hier muss man aufpassen! Nicht jede Kleiderspende geht an Bedürftige. Die meisten Kleiderspenden sind gewerblich, d.h. die gespendeten Kleidungsstücke werden z.B. an Secondhandshops (vor allem im Ausland) weiterverkauft. Ich habe mal auf einer Secondhandshoppingtour in Prag viele Sachen gefunden, die eindeutig aus deutschen Kleiderspendecontainern stammten... Viele Textilien werden auch nicht als Kleidung weiterverkauft, sondern zu Füllstoffen verarbeitet. Auch die Container, auf denen Logos von Hilfsorganisationen kleben, sind oft nur gewerbliche Sammlungen. Die Hilfsorganisationen "vermieten" dabei ihr Logo. Man sollte also genau aufpassen und vorher recherchieren, in welchen Container man seine Kleiderspende wirft...

  • Krankenhäuser, Pflegeheime, Kitas...:
Krankenhäuser oder Altenpflegeheime freuen sich oft über z.B. Buchspenden, während sauberes Kinderspielzeug und gewaschene Plüschtiere gerne von Kitas entgegengenommen werden. Einfach mal ein paar Einrichtungen in der Nähe anrufen und fragen, ob sie was gebrauchen können!

  • Karton irgendwo abstellen:
Wenn einem sonst nichts mehr einfällt, kann man brauchbare Sachen auch immer noch in einen Karton werfen, ein Schild "zu verschenken" dranheften und die Sachen sichtbar irgendwo abstellen, beispielsweise am Eingang zum Müllhaus, auf einen Stromkasten oder (bei großen Wohnhäusern) neben dem Fahrstuhl. Etwas Vorsicht bei der Platzauswahl ist ratsam, denn pingelige Ordnungsbeamten oder Hausmeister könnten das als unerlaubtes Entledigen von Sperrmüll ansehen (daher ist das Abstellen in der Nähe von Müllcontainern zwar nicht schön, aber eigentlich am sichersten). Natürlich sollte man die Sachen, wenn sie nicht genommen werden, dann ordnungsgemäß selbst entsorgen, meist ist das Zeug aber schneller weg, als man gucken kann... 
Wer in einem großen Haus oder Wohnheim lebt, kann vorschlagen, eine Krempelkiste für alle einzuführen. Bei uns im Wohnheim z.B. legen viele Bewohner Dinge die sie nicht mehr brauchen an einen bestimmten Ort im Foyer. Bestimmt 90% davon werden im Laufe der nächsten 2 Tage von jemandem mitgenommen. Der Rest wird spätestens nach einer Woche dann weggeworfen (wobei es dann meist auch aus der Mülltonne ziemlich schnell wieder verschwindet).

1 Kommentar:

  1. Echt tolle Tipps.
    Mein Mann und ich haben schon öfter mal einen Karton an die Straße gestellt. Es macht sehr viel Spaß zu beobachten wie diese dann immer leerer werden.
    Leider eignet sich das Wetter momentan nicht so gut dafür.

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