Freitag, 17. Januar 2014

Platz da! Woche 2: Ergebnis Küche

Aloha,

poah, während ich letzte Woche ja beim der Entrümpelung meines Wohnzimmers eher wenig aussortiert und hauptsächlich usmtrukturiert habe, flog diesmal doch ziemlich viel weg bzw. in die Kiste "Krempel für Bekannte (bzw. deren Keller)"!

Das erste was diese Woche das Zeitliche segnen durfte waren grüne Plastiklöffel eines schwedischen Möbelhauses. Während meines zweiten Frühstücks las ich grade in einem interessanten Buch mit dem Thema "Leben ohne Plastik" (Rezension kommt noch, ist wirklich lesenswert). Eigentlich weiß ich schon seit Jahren (dank Dokus, Diskussionsrunden, Büchern und einem Seminar in der Uni), dass die meisten Kunststoffe Schadstoffe absondern, vor allem unter Hitzeeinwirkung. Und, dass beispielsweise der enthaltene Weichmacher auch in Lebensmittel übergeht und hormonell wirken kann, also unter anderem dazu führt dass die Spermienzahl bei menschlichen Männchen in den letzten Jahrzehnten extrem zurückgegangen ist. Zwar hab ich, soweit direkt verfügbar, immer eher Alternativen zu stark verpackten Dingen gekauft und kriege jedesmal eine Krise, wenn mir jemand automatisch meine Einkäufe in Plastiktüten steckt (nach Hinweis, dass ich keine brauche dann meistens aus Automatismus trotzdem). Aber das war bislang immer eher um nicht unnötig Ressourcen zu verbrauchen und nicht wegen dem Plastik an sich. Hab ja auch keine Spermien, die sterben könnten. Trotzdem kam mir in dem Moment dann doch mal die Idee, zumindest Plastik in Kombination mit heißen Dingen doch demnächst vielleicht eher zu vermeiden - während ich so gedankenverloren mit einem Plastiklöffel in meinem heißen Tee herumrührte, um die Ingwerstückchen herauszufischen.
Der Löffel flog also erstmal aus dem Tee und in die Spüle. Abends bat ich Freund dann darum, bitte wenn er Tee macht drauf zu achten, für mich dann keinen Plastiklöffel reinzustecken. Woraufhin Freund spontan meinte, dann könnten wir doch eigentlich die Löffel auch alle wegwerfen. Und die Mehrweg-Plastiktrinkbecher vom Straßenfest gleich dazu (die in unserer Stadt nahezu jeder Studentenhaushalt in großen Mengen im Schrank stehen hat). Da fiel mir ein, dass mein früherer Mitbewohner die mal näher inspiziert hatte und meinte, mal wärs ok, aber auf Dauer würde er die nicht nutzen wollen. Das macht vor allem aus dem Grund stutzig, dass er Kunststofftechnik studiert hat...

Jedenfalls kam diese mehr oder weniger plötzliche Erkenntnis jetzt sehr passend mit dem Entrümpeln der Küche zusammen, und so hab ich bis auf Schneidebretter, weil wir sonst keine mehr haben, drei Brotdosen von Tupper, das ja doch den besten Ruf genießt, die Backschüssel und Freunds geliebte grüne Pistazienhülsenauffangschüssel alles an Geschirr und Besteck aus Plastik mal direkt rausgeworfen. Damit sahen dann auch unser Schrank für Schüsseln und Dosen und meine Backutensilien gleich viel übersichtlicher aus:
Schränke, die zu hoch für mich sind, werden schnell chaotisch... Ohne die ganzen Plastikdosen gehts aber!

Bei meinen Backutensilien flogen z.B. die Silikonbackförmchen und viel unnütze Verpackung raus.

Bei vielen Sachen hab ich auch einfach unnötige Verpackung entfernt. Die fliegt ja irgendwann sowieso weg, also warum soll ich sie bis dahin noch lagern? Nimmt nur zusätzlichen Platz weg und wirkt chaotisch.

Außerdem habe ich etwas Struktur in den Vorratsschränken geschaffen, unter anderem habe ich das sperrige Grillgitter für die Mikrowelle, dass man nur alle Jubeljahre mal braucht, genutzt um eine zweite Etage für Teekartons zu erzeugen. Ein paar un- oder selten genutzte Sachen wie ein Donutmaker, ne Etagere für Muffins, eine Vase, etliche Plätzchenausstecher, eine unnütze Kuchenform etc. wurden ausrangiert, außerdem habe ich nur noch eines der Kochbücher behalten (lustigerweise genau das einzige, das ich mir mal selbst gekauft habe über vegetarisches indisches Essen - das nutze ich auch für vieles, alle anderen Bücher bekam ich geschenkt und da haben wir wenns hochkommt mal ein Gericht draus ausprobiert).

Pesto, Saucen und Suppendosen gehörten eigentlich eh woanders hin...
Freunds heilige, sperrige, vergilbte Brotschneidemaschine wurde wieder von auf dem Küchenschrank nach ganz hinten in den Vorratsschrank verbannt - da stand sie ursprünglich schon, allerdings hat er vor Monaten mal ein Brot damit geschnitten und dann darauf bestanden, dass sie als ultimatives tägliches Hilfsmittel jetzt wieder draußen stehen soll. Da ist sie dann eingestaubt und weiter vergilbt, während wir unser Brot aus Faulheit mit dem Messer geschnitten haben, weil das viel schneller ging als das Ding vom Schrank zu holen, anzuschließen und hinterher zu entkrümeln. Also kann sie ja jetzt wohl langsam wieder unauffällig im Schrank verschwinden.

Unter der Spüle hab ich die wild herumfliegenden Putzsachen geordnet: aus 3 Schwammpaketen in denen nur noch je einer drin war hab ich ein Paket gemacht, originalverpackte Putzlappen einer Sorte, die ich nie verwende, flogen raus usw.. Putzmittel kommen jetzt zum Putzeimer in die Kammer, und da sowieso nur ich hier putze, wird in Zukunft auch nicht mehr so unsinniger Kram wie Duschkabinenreiniger, Ceranfeldreiniger, WC-Powerreiniger, Bodenreiniger etc. gekauft, sondern nur noch mein Glasrein und Essigreiniger! Erst wenn Freund relevante Anteile der Hausarbeit übernimmt erhält er wieder Mitbestimmungsrecht, was aufzuhebende Lappen oder einzukaufende Putzmittel angeht! Jetzt jedenfalls ist unter der Spüle genug Platz, um Freunds Mineralwasser dort zu deponieren, damit es nicht mehr doof in der Ecke herumsteht.

Insgesamt flogen diesmal eine Tüte und ein Karton für Freunds Verwandtschaft und eine Tüte für den Müll raus. Lebensmittel hab ich nicht weggeschmissen, dafür essen wir jetzt eine Woche lang jeden Tag Pudding, damit die Puddingpulvertüten, die meine Muddi öfter mal schickt, endlich alle werden... ^^ Außerdem hab ich die beruhigende Gewissheit, noch 4 kg Nudeln und dafür ausreichende Mengen an Pestos und Saucen in Reserve zu haben...


Wölfin hat ihre Küche auch schon fertig, schaut hier. Dort werden auch wieder die anderen Teilnehmer der Challenge verlinkt.

Nächste Woche ist bei mir das Schalfzimmer dran, also der Kleiderschrank, das ganze Zeug unterm Bett und mein zugemüllter Nachttisch. Wird Zeit!

Kommentare:

  1. Seit ich deinen Post gelesen habe, überlege ich tatsächlich mich von meinen Tuppa-Kram ernsthaft zu trennen. Ich denke ich packe alles was ich wegwerfen will in einen Karton , schreibe ein Datum drauf und wenn ich es in einem halben Jahr nicht benötigt habe, kann es weg. Es hängen viele Erinnerung dran, denn ich habe Ende 1990 den Kram verkauft und mir damit mein erstes eigenes Geld nach den drei Kindern verdient.

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    1. Die Idee mit dem Karton ist klasse! =)

      Die 90er waren ja auch das absolute Tupperjahrzehnt... Meine Mutter kam auch nach jeder Tupperparty mit etlichen neuen Sachen zurück, und meist gabs ja Gratisgeschenke (die man so gut wie nie gebrauchen konnte). Glaube etliche Ehemänner standen damals kurz vor der Krise =D Muss lustig gewesen sein, wenn du da als "Tuppertante" gearbeitet hast. Schreib doch mal einen Blogartikel darüber, was z.B. der unsinnigste Gegenstand war, den ihr im Sortiment hattet =) Würde mich echt interessieren. Wobei Tupper ja als Kunststoffhersteller wie schon gesagt wohl sehr hochwertige Qualität mit geringer Schadstoffbelastung hergestellt hat.

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  2. Wer Kunststoff kennt und hat die Wahl, nimmt Holz oder Stahl!
    Ein vielzitierter Satz vom PatenonkelPlastikPaul...

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    1. =D Ja, nun so langsam isses bei mir auch endlich angekommen. Neuanschaffungen werd ich nun so gut es geht ohne Kunststoffe gestalten (auch wenns bei Nahrungsmitteln noch schwer wird, aber sobald ich mit dem Studium fertig bin und mehr Geld zur Verfügung habe, bieten sich da hoffentlich für die klassischen Sueprmarktsachen dann auch mal gute Alternativen).
      Ein bisschen hab ich aber auch schon ersetzt: kleine Sachen wie Sonnenblumenkerne, Gewürze etc. hab ich nun von Frühstücksbeuteln, aufgerissenen Verpackungen und aus Urinbechern in Pestogläser umgefüllt. Sieht obendrein noch schöner aus und vermeidet Müll. Zum Glück hab ich einige davon aufgehoben! Nun fliegt erstmal ne Weile kein Schraubglas weg hier, sondern alle kleinen Plastikaufbewahrungen werden nach und nach ersetzt =)

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