Montag, 18. Januar 2016

Männer und Heimwerken

Hallo ihr Lieben,

hier im Blog bin ich grade am Umbauen, demnächst steht bei uns zuhause der Einbau einer "schwedischen Markenküche" an. Mittlerweile habe ich ja einen Freund, der unterm Strich zwar mehr Dinge kaputt gemacht hat als jeder, den ich sonst noch so kenne, der sich aber in Sachen Heimwerken erstaunlich wacker schlägt (ist halt ein typischer Ingenieur). Und der unglückliche Gesichtsausdruck, wenn er mir beichtet, dass er gerade wieder (ohne ersichtlichen Grund) einen Haarreifen von mir zerbrochen hat, ist einfach zu knuffig, als das man ihm dann böse sein könnte ("Ich hab den nur angefasst, dann ist er plötzlich einfach in der Mitte auseinandergebrochen!").

Daher bleibt Freund vorerst davon verschont, in die Liste der Heimwerkerhighlights aufgenommen zu werden, die bislang nur von 2 männlichen Individuen dominiert werden.

Highlight Nummer 1:
Ex im Baumarkt, auf der Suche nach kleineren Fliesen für die Küche. Feri schwebten so 10x10 cm Fliesen vor. Da entdecken wir so putzige kleine runde Fliesen mit Durchmessern von 1 bis 2 cm auf Gitter. Ex ist total baff: "Boah, muss das ne Arbeit sein die alle anzukleben... Und dann noch dazwischen so Fugen machen!" Nach vorsichtigem Nachhaken erfuhr ich schließlich die Ex'sche Vorstellung vom Wände verfliesen: Man zupfe die einzelnen Fliesen vom Gitter ab, klebe sie mit Pattex auf die Wand und drücke dann ganz vorsichtig eine Silikonfuge um jede einzelne Fliese. Letztendlich haben übrigens mein Pabba und ich dann das Fliesenband angebracht...

Highlight 2.1:
Ex #2 und ich renovieren sanieren unsere Wohnung. Die ganze Aktion begann schonmal damit, dass Monsieur sich wenige Tage vor der geplanten OP die Nase operieren ließ und sich daraufhin natürlich geraume Zeit nicht anstrengen durfte. Perfektes Timing. Ich unterstell natürlich nix. So konnte ich zumindest ungestört Fliesen kleben, rummörteln, Einbauschränke zertreten und Teppiche rausreißen. Irgendwann war Ex #2 dann wieder halbwegs fit und bekam erstmal eine entspannende Aufgabe: Türzargen streichen. Ich betätigte mich währenddessen an einem gigantischen und äußerst dämlich geformten Heizkörper. Nach kurzer Zeit klang dann schon ein fröhliches "Fertich! Ich geh wieder annen PC!" aus dem Flur. Die Schnelligkeit war mir dann doch etwas suspekt, also dacht ich mir, guckste ma lieber was er da gemacht hat...
Ok, evtl. war es ja beabsichtigt und irgendwie moderne Kunst, dass die Türzargen aussehen wie Tropfsteinhöhlen. Aber so wirklich gefiel mir das nicht...

Highlight 2.2:
...also durfte der (geknickte) Herr sein Werk wieder abschleifen (den Pinsel fand ich übrigens einige Tage später, in inniger Verklebung mit dem festgetrockneten Lack in der offenen Dose). Er war etwas irritiert, wie denn ein Schleifgerät eigentlich aussieht, da so eins aber neulich irgendwo rumlag, meinte ich nur "Das Ding mit der runden Scheibe dran" "Ach so, gut."
Feri widmet sich also wieder dem zu streichenden Regal. Ex #2 kramt und rumpelt im Flur. Stöpselt irgendwas ein. Schaltet irgendwas an. Feri denkt sich grade noch "neulich klang das Schleifgerät aber irgendwie anders...", da schallt auch schon ein kreischender Laut aus dem Flur, begleitet von einem beißenden Gestank und fliegenden Funken... Ex #2 hat doch tatsächlich das Schleifgerät mit der Flex verwechselt... und flexte gemütlich am Türrahmen rum. Dass der schwarz wurde schien ihm gar nicht aufzufallen, bis Feri mit wedelnden Armen angerannt kam... Statt weißer Tropfsteine hatten wir nun schwarze verkohlte Flecken.

Highlight 3:
Hat zwar nicht direkt was mit häuslichem Werkeln zu tun, passierte aber in der Zeit der Sanierung. Feri reißt grad mühevoll einige Meter festgenagelter, antiker Scheuerleisten aus den Wänden, da kommt Ex #2 auf die Idee, mal die Anlage aus dem Nachbarzimmer rüber zu holen.
Es poltert. "Ups..." (...immer wenn ich das Wort "Ups..." aus dem Nachbarzimmer höre, bin ich mir schon nicht mehr sicher, ob ich noch nachgucken will, was diesmal wieder zu Bruch ging...). Ex #2 bleibt verschollen. Es ist verdächtig ruhig...
Feri legt die Zange beiseite und geht lieber mal gucken. Im Nachbarzimmer versucht Ex #2 heimlich und äußerst stümperhaft, die abgeplatzte Ecke des Furniers sowie das abgebrochene Stoffdingens wieder dranzukleben, in der Hoffnung, ich würde dann nicht merken, dass er meine Lautsprecherbox hat fallen lassen...

Highlight 4:
Die Lautsprecher waren nicht das letzte das fallen sollte. Kurze Zeit später wurde unsere Küche geliefert, mit Ceranfeld und Dunstabzugshaube. Sehr schön alles. Ex #2 hat mit tatkräftiger Hilfe von seinem Pabba die Möbel auch zusammengebaut und positioniert, es fehlt nur noch die Dunstabzugshaube. Ich bin es ja (von meinem Pabba) gewöhnt, mitgelieferte Dübel prinzipiell zu ignorieren und stattdessen welche zu zücken, die mindestens drei mal so lang sind. Nur sicherheitshalber. D.h. im Falle einer Atomexplosion würde die Dunstabzugshaube noch an die Wand gedübelt sein, selbst wenn der Rest der Küche weggefegt wurde.
Ex #2 aber ist der Meinung, wenn das Möbelgeschäft diese Dübel liefert, dann sind auch genau diese Dübel passend, egal welche Wand. Und schließlich studiert(e, da exmatrukuliert) er ja Maschinenbau, er weiß schon was er da macht (Feri denkt derweilen grübelnd an eine gewisse Verwechslung von zwei bestimmten Maschinen zurück...).
Ex #2 bohrt und dübelt so vor sich hin... Dunstabzugshaube hält. Ex #2 freut sich. Dreht sich um, geht zwei Schritte aus der Tür. Sekundenbruchteile später hört Feri nur noch ein Scheppern, gefolgt von "Ups..."
Das Ceranfeld hat es übrigens überlebt. Die Dunstabzugshaube auch, die daraufhin leicht verbogen und mit einer zierenden Erinnerungsdelle stabiler (mit längeren Dübeln...) befestigt wurde.

Highlight 5:
...Das Ceranfeld hat mich noch ein weiteres mal erstaunt. Nach einem Winter, in dem wir dank der großartigen Bausubstanz des Hauses einige Probleme mit Schimmel hatten, beschlossen wir, der Dunstabzugshaube einen richtigen Durchbruch nach draußen zu verpassen zwecks besserer Belüftung beim Kochen.
Ex #2 und sein Pabba waren schon eine ganze Weile dabei, in der Wand über dem Herd herumzuhacken, als ich nach Hause kam und mich der Schlag traf. Da steht Monsieur mit seinen zarten 92 Kilo in Straßenschuhen in einem Häufchen Mauersplitter mitten auf dem Ceranfeld...
...aber es überlebte auch diese Aktion, sogar ohne Kratzer. Ex #2 ist übrigens der Meinung, er wäre auch nicht schuld, wenn es kaputt ginge oder zerkratze. Dann sei der Möbelladen schuld, weil das Ceranfeld dann eine schlechte Qualität habe.

Ich glaube, es ist auch Schuld des Möbelladens, dass die Dübel der Dunstabzugshaube für unsere bröselige Wand nicht ausreichten. Und Schuld der Lautsprecher, dass sie so unhandlich sind und einem einfach aus der Hand rutschen. Und Schuld der Flex, dass sie so ähnlich aussieht wie eine Schleifscheibe. Und natürlich Schuld des blöden Lackes, der sich einfach nicht Tropfsteinlos verstreichen lässt.
Monsieur war nur das bemitleidenswerte Opfer ungünstiger Zufälle 

Sonderhighlight:
Manchmal  geschehen noch Zeichen und Wunder. Abgesehen von der unkaputtbaren Ceranfeldplatte gab es noch eine Sache, die ich einfach nicht nachvollziehen konnte.
In der Wohnung von Ex (Nummer 1 jetzt wieder) und mir gab es eine Kammer, in die wir eigentlich Regale hängen wollten. Davon kam ich ab, nachdem ich beim Verlegen einer Unterputzsteckdose feststellte, dass die Trennwände zu dieser Kammer ziemlich dünn und extrem bröselig waren (konkret dotzte ich einmal mit meinem Meißel von der Küche aus in die Wand und landete sofort auf der Innenseite der Tapete in der Kammer). Wenn man vorsichtig gegen die Tapete klopfte, hörte man die Wand sanft hinter der Tapete herabrieseln.
Ex und sein Vater ließen sich von der stillen Schönheit der zerfallenden Wand allerdings nicht zurückhalten, dübelten was das Zeug hielt und am Ende hingen 5 Regale in der Wand - die Dinge trugen wie das Bügeleisen, den Werkzeugkoffer und Ex seine Bowlingkugeln. Ich habe ein Jahr lang drauf gewartet, dass das alles spontan herunterfällt und einen hübschen Durchbruch zur Küche erzeugt, aber nix da - es hielt! Unglaublich, oder?

Donnerstag, 31. Dezember 2015

Jahresrückblick 2015

Aloha,
das Jahr ist bald zuende, diesmal war so viel Chaos, dass ich leider nicht wirklich was bloggen konnte... Viel Arbeit auf Arbeit, Dienstreisen, ein Feld, eine neue Sportart, nebenbei wurden Freund und ich auch noch Hausmeister und haben eine Küche ein- und einen Fahrradunterstand aufgebaut... Aber ich hab viel Inspirationen gewonnen, viel neues ausprobiert, und hoffe dass ich 2016 das auch hier im Blog verwursten kann!


Das hatte ich mir gewünscht:
- im Institut einarbeiten (hat geklappt, war aber eigentlich unnötig - dank Stipendium arbeite ich jetzt fast nur noch zuhause, in Schlafanzughose *freu*)
- nach Island reisen (hat auch geklappt und war wunderschön!)
- ein Gemüsefeld im Saisongarten beackern (hat super viel Spaß gemacht und unsere Ernährungsgewohnheiten sehr umgestellt... Werd ich in Zukunft auch mal drüber bloggen!)

Das war toll:
- Ich hab über den Eldaring viele liebe Menschen kennengelernt
- Auch wenn man sich über Kollegen aufregt und vieles im Projekt einfach vollkommen bekloppt läuft: das Promovieren macht Spaß. Ich kann arbeiten wo und wann ich will, und sofern ich es sinnvoll begründen kann, kann ich auch meine Forschung in selbst ausgesuchte Richtungen lenken. Außerdem gibts oft Dienstreisen!

Das war doof:
- kranke Oma & dem Nervenzusammenbruch immer näher kommende Mama... Selbst wenn man es überhaupt nicht mehr für möglich hält, kann sich alles immer noch ein ganzes Stück weiter verschlechtern
- zwei gute Freunde von uns sind in eine andere Stadt umgezogen
- extreme Trockenheit und Kartoffelkäfer auf dem Feld (ok, die Kartoffelkäfer fanden mich bestimmt auch ziemlich doof, denn ich hab sie und ihre Eier zerquetscht )

Das kam dazu: 
- 36 m² Acker
- blaue Flecken vom Poledance (inzwischen zum Glück deutlich weniger)
- ganz liebe Leute vom Eldaring-Stammtisch und das Ostara-Seminar
- Poledance-Stange im Wohnzimmer (sieht jetzt ein bisschen aus wie in der U-Bahn...)
- Geld... Ja wirklich. Nachdem ich jahrelang fast von Luft und Liebe leben musste, war ich direkt ein bisschen überfordert, dass ich jetzt plötzlich welches habe. Die Gewohnheit ist schlecht abzulegen, ich stand beim IKEA vor den leckeren Schoko-Haferkeksen und erwägte wie üblich, ob ich eine Packung mitnehme oder nicht, denn sie sind ja schon ziemlich "teuer" (3,99 für nen Schuhkarton). Bis mir auffiel dass ich ja jetzt deutlich mehr verdiene und direkt zwei Kartons genommen habe (hach ist das schön...).

Das gab es nicht mehr:
- Silat... nachdem mein Trainer erst lange Zeit Probleme mit verschiedensten Körperteilen hatte, ist er jetzt auf Weltreise aufgebrochen. Irgendwie verlief dann alles im Sande, aber mit Poledance, Yoga und Feld bin ich eigentlich auch gut ausgelastet.
- im Gegensatz zum letzten Jahr keine Erdbeben (zumindest keine, die mir aufgefallen wären)

Was ich gelernt hab:
- mein Krafttier ist ein weißes, flauschiges, dickes Kaninchen
- dass die Motivation der Umweltpolitik derzeit leider nicht ernsthaft die Verminderung von Umweltbelastungen ist, sondern auch wieder nur wirtschaftliches Interesse - bloß hübsch verpackt in schwammigen Wörtern
- wie man diverse Rüben und anderes vom Feld zubereitet und dass das Zeug aus eigenem Anbau unglaublich lecker ist

Was ich geschafft hab:
- ein Stipendium zu bekommen
- aufm Kopp ohne Hände an einer Stange zu hängen 
- verschiedene Lost Places zu erkunden
- einäugig den Halloween-Kostümwettbewerb in der Disco mit dem absolut niedrigsten Niveau der Stadt zu gewinnen, plus ein Jahr freien Eintritt dort 

Reisen & Trips:
Neben einer unvergesslichen Reise nach Island noch die üblichen Verdächtigen Berlin & Bad Wildungen, außerdem kurze Reisen nach München, Zeitz, an die Externsteine und die Loreley, beruflich nach Osnabrück, Tutzing, Bad Pyrmont, Wien und Bratislava, Dortmund. Joah, dieses Jahr war ich unterwegs...

Grundnahrungsmittel:
Zeug vom Feld! Vor allem diverse Salate, Kartoffeln, Pastinaken, Rote Beete, Möhren, riesige Kürbisse, Kohl, Lauch und diverse andere... Insgesamt hab ich mich extrem gesund ernährt und über etwa zwei Monate mussten wir außer Brot und Frischkäse auch gar nix mehr einkaufen, weil das Feld genug für und beide plus hungernde Studenten-Freunde abgeworfen hat.

Im Gedächtnis bleibende Momente:
- Käferquetschen
- in einem verlassenen, zerfallenden alten Ballsaal in einem Lichtstrahl herumtanzender, goldener Staub, drum herum Stille, die alles verschluckt, und dann eine Melodie auf dem Klavier, das dort noch immer steht
- ganz viele wunderschöne Stellen von Island, und den Buckelwal-Buckel...  

Wünsche und Pläne für 2016:
- außer den notwendigen Dingen (Essen, mein bissel Kosmetikzeug, Geschenke) nix kaufen. Bin gespannt....
- den Hauptteil meiner Diss fertig bekommen
- mich nicht mehr über dumme Leute aufregen, sondern Agglomerationspunkte solcher Personen einfach meiden
 



Ich wünsch ich euch allen einen guten Rutsch und ein gesundes, beglückendes 2016!

 

Montag, 2. November 2015

Halloween: Zombiebrautkostüm 2.0

Braaaaaaaaiiiins!

Aloha, vielleicht erinnert ihr euch noch an mein Zombiebrautkostüm für Halloween. Dieses Jahr wollte ich es mal wieder verwenden, aber noch ein bisschen pimpen... Ich hab ein paar weiße Samthandschuhe gefunden, die sich noch recht gut auf die bräunliche Dreckfarbe vom Kleid nachfärben ließen. Außerdem lag noch eine schwarze Perücke herum und als Brautsträußchen hab ich ein paar verdorrte Pflänzchen zusammengebunden.

Dann hab ich mir noch schnell ein Auge ausgerissen und mich mit etwas Blut bekleckert, mir den Freund geschnappt und trädäää:


Dieses Jahr ist auch das Blut super geworden! Wir haben diesmal Rote Beete Saft als Basis genommen, dann etwas Orangensaft (den billigen aus Konzentrat) hinzugegeben bis die Farbe gestimtm hat. Aufgekocht mit Speisestärke, wobei ich da irgendwie immer doppelt so viel brauche wie drauf steht...

Das Auge hab ich übrigens so hinbekommen: aus schwarzem Stoff hab ich ein Augenpatch ausgeschnitten, den Rand mit Mastix eingepinselt und um mein Auge geklebt (nicht zu straff, damit man das Auge dahinter auch noch öffnen kann. Es ist vielleicht ratsam, sich vorher nochmal durch die Wimpern zu wuscheln, damit einem nicht auf der Party unter dem Makeup eine Wimper ins Augefällt). Dann einmal drum rum schmieren mit dem allseitsbeliebten Gelofix aus dem Kostümbedarf, ein paar Klopapierfetzen draufdrücken, das ganze mit Makeup betupfen und Blut hinzugeben (ich hab das mit einem dünnen Pinsel einfach aufgenommen und dann in die "Rille" zwischen dem unteren Gelofix und dem Stoff getröpfelt, dadurch ist es sehr natürlich geflossen - muss man vorsichtig machen, sonst gehts ins Auge).

Ich konnte übrigens ziemlich gut durch den Stoff sehen. Mal sehen, vielleicht mach ich das nächstes Jahr sogar mit beiden Augen! Hier seht ihr die Augenhöhle, inwzischen abgerissen, nochmal im Detail:

Das Kostüm kam wohl ziemlich gut an... Wir haben dieses Jahr statt unserer üblichen kleinen Studentenparty mal in einer größeren Disco gefeiert. Auf dem Weg dahin hab ich schon einen kleinen Tumult verursacht und Fotosessions für Passanten gemacht. In der Disco wurde unsere Gruppe dann öfters mal für Angestellte gehalten, und schließlich hab ich den Kostümwettbewerb gewonnen. Preis waren eine Pulle Sekt und ein Jahr VIP-Mitgleidschaft mit freiem Eintritt (ok, so oft gehen wir da nicht hin, aber... ich hab gewonnen!! *im Kreis hops und sich nen Kullerkeks freu*)

Sonntag, 15. Februar 2015

Jahresrückblick 2014

Aloha,
leider habe ich es diesmal nicht geschafft, den Jahresrückblick für 2014 noch 2014 zu schreiben. Die Zeit kurz vor Weihnachten bis kurz nach Silvester ist bei mir immer eine Art Ausnamezustand, da ich da bei meinen Eltern bin und über Silvester dann irgendwo quer durch die Republik (oder woanders hin) fahre, um mich mit Freund und seinen Freunden zu treffen. Diesmal kam noch dazu, dass meine Oma, inzwischen 90, am 23. wieder ins Krankenhaus kam und meine Mutter nun wirklich mit den Nerven völlig am Ende war (nach 10 Jahren Krankenhaus rein, Krankenhaus raus).
Nunja, abgesehen von vielen gesundheitlichen Problemen im Rest der Familie war 2014 für mich ein sehr erfolgreiches und schönes Jahr, aber lest selbst...
 
Das war toll:
- Weisheitszahn-OP ging einfach mal absolut problemlos: alle 4 bei lokaler Betäubung in nichtmal 30 Minuten raus, keine Schwellung, keine Blutung, keine Schmerzen...
- spirituell hab ich irgendwie einen Pfad gefunden, neben dem ich schon seit Jahren herumgerannt sein muss, denn es ist alles so vertraut. Es ist nur neu, dass ich plötzlich einen Namen dafür gefunden habe und ihn dadurch auch irgendwie klarer sehen kann
Das war doof:
- viele gesundheitliche Probleme bei Omi & Muddi
- langwierige Verzögerungen in der Uni, ist man ja inzwischen gewöhnt... aber hier hätte alles auch deutlich stressfreier und 2 - 3 Monate schneller gehen können, wenn net überall nur Pfosten arbeiten würden...
Das hab ich neu:
- ein Smartphone (da mein Dumbphone kaputt ging, ich etwa zeitgleich den Anbieter gewechselt habe - und es irgendwie keine gescheiten Verträge ohne Internet mehr gibt...)
- ein Papier wo "Diplom" draufsteht
- eine supertolle Kamera
- Erfahrungen wie sich ein Erdbeben anfühlt
 
Das hab ich nicht mehr:
- Weisheitszähne
- Nerven (zumindest was die Omi im Krankenhaus und diverse Bedienstete der Uni angeht)
 
Was ich gelernt hab:
- Guinnes zerstört dich von innen. Und zwar egal wie katerresistent du bei sämtlichen anderen Alkoholika bist. Und die dadurch provozierten Blähungen könnten einen Bullen töten.
 
Was ich geschafft hab:
- das Studium
- einen Arbeitsvertrag zu bekommen als wissenschaftliche Mitarbeiterin in dem Institut, in dem ich seit Jahren Hiwi war
- einen Zwergenhelm & eine Doppelaxt aus Pappmache zu basteln
 
Reisen & Trips 2014:
die üblichen Trips nach Berlin und Bad Wildungen, nach Dzielnica in Polen auf den alten Bauernhof von Freunds Familie, eine kleine Irlandrundreise, Phantasialand und über Silvester Leipzig
 
Grundnahrungsmittel 2014:
- Smoothies
- Freunds Schnittchen
 
Im Gedächtnis bleibende Momente:
- Zunächst mal die diversen Erdbeben, da ich vorher noch nie eins erlebt habe
- das Hügelgrab New Grange
- singende betrunkene Iren in melancholischer Stimmung
- mein Freund wie er auf dem alten Bauernhof knüppelschwingend einem vom Nachbarn ausgebüchsten Huhn hinterherrennt
Wünsche für 2015:
- im Institut einarbeiten
- nach Island reisen
- ein Gemüsefeld im Saisongarten beackern

Freitag, 31. Oktober 2014

Happy Halloween!

Aloha,

heute ist Halloween - mein Lieblingsfest im ganzen Jahr! Der Tag begann schon perfekt mit dicken Nebelschwaden, und gestern Abend haben wir unser diesjähriges Gruppenkostüm fertiggestellt.

Wir sind RingDMC, die krasseste Band von Mittelerde!

vlnr: Gabba Gandalf, MC Gimli, Strobo-Nazgûl

Das meiste ist übrigens selbst gebastelt, auch Nazgûls Handschuhe, die sind aus Panzertape.
Ich bin MC Gimli in der Mitte. Meine Bauchprothese ist ein Sofakissen. Helm, Axt, Gandalfs Pfeife und Turntable sind aus Pappmache (und der Helm ist derart krass, dass ich mir zwei mal heftig den Kopf an der Dachschräge angeditscht habe und er keine einzige Delle davongetragen hat!). Unsere Küchenuhr und ein altes Käppi haben mit ein wenig Moosgummi, Goldspray und Blingbling zum Aufkleben auch ein Upcycling erfahren!

Nachtrag: Gabba Gandalf hat den Kostümwettbewerb der Studentenparty gewonnen!

Montag, 28. April 2014

Balkongestaltung mit wenig Geld

Aloha,
es kommt der Sommer, und Feri, die ja eigentlich Gärtnerin werden wollte, dafür aber hoffnungslos überqualifiziert war, pult inzwischen schon wieder den ganzen Tag in irgendwelchen Töpfen herum oder schnüffelt glücklich an Kräuterpötten! 
  
Falls jemand von euch auch einen kleinen Balkon hat (alternativ geht auch ein Stück Wiese, das Fensterbrett.. oder, ganz im Sinne des Guerilla-Gardenings: irgendwas wo man Erde auffüllen kann und Pflanzen hinsetzen kann, und wenn es eine an eine Laterne gebundene Konservendose ist!), möchte ich hier ein paar Tips teilen, wie man mit wenig bis keinem Geld- und Ressourcenaufwand eine kleine grüne Oase zaubert. So ein Balkon ist toll, um die Sonne zu genießen, um sich ein paar Sachen selbst anzupflanzen und auch, um Bienen Nahrung zu geben (denn durch die Monokultur in der Landwirtschaft stehen immer weniger geeignete Pflanzen zur Verfügung).


Pflanzen beschaffen
Man kann ein Vermögen für Pflanzen ausgeben! Im Prinzip kriegt man aber auch den gesamten Balkon mit ein paar Euro oder ganz kostenlos grün: erntet Samen in der Natur, tauscht welche mit Bekannten und Nachbarn oder fragt, ob ihr euch von deren Pflanzen etwas abstechen könnt.
Von vielen Pflanzen kann man später Samen aufheben und sie für das nächste Jahr aufheben. Beispielsweise habe ich vor etlichen Jahren ein Tütchen Ringelblumensamen für 1,25 € gekauft, mit den daraus neu entstehenden Samen hätte ich wohl ein kleines Feld bestellen können... jedenfalls habe ich nun weiterhin jedes Jahr kostenlos etliche Ringelblumen.
Für Kräuterblumenkästen kann man es auch mal mit Küchenkräutern aus dem Supermarkt versuchen (auch wenn selbst aussäen natürlich deutlich billiger ist). Da war meine Erfoglsquote bislang allerdings durchwachsen, einige wuchsen extrem, nachdem ich sie in einen größeren Topf gepflanzt habe, andere sind nach wenigen Tagen eingegangen (wozu die meisten Supermarktkräutertöpfe wohl leider auch gedacht sind, aufbrauchen und wegwerfen).
Manchmal kann man auch aus Kernen aus gekauftem Obst und Gemüse Pflanzen ziehen - es kann aber vorkommen, dass diese keine Früchte tragen oder gar nicht erst keimen, weil das Saatgut oft nicht "saatfest" ist, also eben zur industriellen Produktion von einer Erntegeneration gedacht war und nicht für weitergehende Pflanzengenerationen.

Wichtig bei der Pflanzenauswahl ist: standortgerechte, robuste Pflanzen aussuchen. Standortgerecht bedeutet, dass ihr abschätzen müsst, wie viel Sonne die Pflanzen abbekommen: bei viel Sonne eignen sich mediterrane Kräuter und Pflanzen wie Kamille oder Thymian. Für schattigere Plätze kann man z.B. Brunnenkresse oder Waldmeister nehmen. Robust bedeutet, dass ihr ruhig erstmal die "Standardsorten" nehmen könnt: da sind die Preise neidrig und die Erfolgschancen für Ernte oder Blüte höher. Nichts frustet doch mehr, wenn man eine sündhaft teure Edelminze kauft, bei der dann die Blätter hängen...

Aussaat und Erde
Als Erde nutze ich so ziemlich die billigste, die es beim rewe gibt (ca. 1,50 € für 20 Liter). Ganz ehrlich, ich habe bislang keinen großen Unterschied zu teurer Anzucht- oder Kräuterspezialerde gesehen. Für die Aussaat kann man z.B. Eierkartons nutzen:


Die gekeimten Pflanzen lassen sich damit einfach herauslöffeln und umtopfen und die Pappe saugt überschüssige Feuchtigkeit auf. Andere Methoden, die ich gesehen habe (die ich aber komplizierter fand) waren Aussaat in Erde in leeren Eierschalen und in senkrecht aufgestellten Klopapierrollen.

Pflanzbehältnisse
Die meisten meiner größeren Pflanzbehältnisse habe ich beim Sperrmüll entdeckt, der findet bei uns relativ regelmäßig statt. Auch im Winter schaue ich dann immer, ob ich irgendwo Töpfe entdecke. Selbst wenn es nur Übertöpfe sind, kann man diese trotzdem benutzen, wenn man unten einfach ein paar Löcher hineinbohrt.
Einige Kräuter habe ich auch in Konservendosen platzsparend an die Wand gehängt. Dazu hab ich einfach das Etikett entfernt und mit einem Nagel und Hammer unten ein paar Löcher zur Entwässerung hineingeschlagen, dann oben etwas Draht drum gewickelt und diesen an Nägeln in der Wand befestigt:


Raum gestalten
Das wichtigste bei kleinen Balkonen ist, dass man den vorhandenen Platz sinnvoll ausnutzt. Am einfachsten geht das, wenn man versucht, möglichst viel vertikal anzuordnen, beispielsweise mit den eben schon erwähnten Konservendosen an der Wand. Für meine Kräuter hab ich ein altes Metallregal aufgetrieben, das sehr wetterfest ist. Der Vorteil davon ist auch, dass ich weiter unten Kräuter deponieren konnte, die lieber Schatten mögen. Wer so ein Regal nicht findet, kann z.B. aus aufeinandergestapelten Weinkisten ein ähnliches bauen, das kann auch sehr schön aussehen!


In einer Ecke habe ich auch verschiedene Blumenkübel und Töpfe stehen. Damit das nicht einfach nur abgestellt aussieht und damit alle Pflanzen ausreichend Licht und Platz haben, habe ich die Höhe der Töpfe variiert, indem ich unter die hinteren Töpfe z.B. Ziegelsteine oder umgedrehte Übertöpfe gestellt habe, hier sieht man das ein bisschen:


Wer eine auftreiben kann oder Geld über hat, um sich eine zu kaufen, kann eine wetterfeste Holztruhe auf den Balkon stellen, um überzählige Töpfe, Erdesäcke, Schippe etc. diskret zu verstauen (bei mir ist da auch ein aufblasbares Planschbecken drin versteckt *hust*). Die kann auch gleich als Sitzgelegenheit dienen.

Ein schmaler Balkon wirkt meist größer, wenn man ihn nicht wie einen schmalen Gang möbliert, sondern ganz bewusst "Ecken" einbaut, und auf die schmale Seite etwas stellt. Schaut euch das Bild ganz oben nochmal an, dann wisst ihr vielleicht, was ich meine: Die Kiste mit den Erdbeeren, das Kräuterregal und die Bank bilden eine Ecke, wobei die Bank auf der Schmalseite des Balkons steht. Rechts steht dann nur ein schmaler Blumenkasten. Dadurch ist die Bank ein "Blickstopp" und der Balkon wirkt nicht mehr wie ein Schlauch (der entstünde, wenn die Bank z.B. rechts an die Wand gestellt wäre und man geradezu auf eine kahle Balkonwand gucken würde).

...nun noch ein paar Lampinons hinhängen oder kleine Laternen aufstellen, und schon hat man einen liebevoll eingerichteten Hippie-Balkon!


Was wächst bei Feri?
Als kleine Anregung, was man alles so pflanzen kann, hier meine diesjährige Liste (6 m² Balkon mit ziemlich starker Sonne):
  • Erdbeeren (in Holzbox, überwintert)
  • Säulenkirsche (die war teuer, aber ich wollte sie unbedingt haben)
  • Basilikum, Oregano, Koriander (ausgesäht, für Saucen)
  • Rosmarin (mein Lieblingskraut, ausgesäht, für Saucen, zum Räuchern und für Badesalze)
  • marokkanische Minze (super für Minztee!)
  • Salbei (ausgesäht, für Tee und zum Räuchern)
  • Schnittlauch, Petersilie, Brunnenkresse (ausgesäht, aufs Brot, stehen alle ganz unten im Regal wo mehr Schatten ist)
  • Ringelblume, Borretsch, Kappizinerkresse (alles einfache, schön blühende Blumen deren Blüten essbar sind)
  • Johanniskraut, Kamille (derzeit noch am keimen)
  • Tomate (ausgesäht, für Freund)
  • Altbestände: Hortensie, Lilien, irgendwas mit lila Blüten, Malve
  • 2 große Kübel ausgesähte "Bienenmischung", d.h. diverse Kräuter und Blumen, die gut für Bienen sein sollen (gab es neulich gratis bei rewe, die erste Biene hab ich schon beim Aussäen gesichtet, wie süß!)

Montag, 31. März 2014

Alternative Kosmetik, die Geld und Verpackung spart =)

Aloha,

in letzter Zeit versuche ich ja zunehmend, Plastik bzw. Verpackung im Allgemeinen zu vermeiden, wo es geht. Da ich es ja auch grad mit dem Geld nicht so dicke hab, kommt noch hinzu, dass ich in vielen Punkten versuchen muss, so preiswert wie möglich wegzukommen. Grad im Bereich Kosmetik lässt sich beides erstaunlich einfach kombinieren. Kein Wunder, wenn man bedenkt, wie viel die Verpackung bei den meisten Kosmetika am Preis ausmacht! Was wir bezahlen sind zum größten Teil nicht die Seife oder das Shampoo an sich, sondern die Verpackung, das Verpackungsdesign, die Marke und die Transport- und Lagerungskosten.

Hier also ein paar Ideen von mir, wie man im Badezimmer ganz einfach Geld sparen und die Umwelt schonen kann. Als Bonus sind die meisten Ideen obendrein noch dekorativer oder gesünder als die "kommerzielle" Variante. Falls ihr weitere Ideen und Anmerkungen oder über ähnliche Themen schon selbst gebloggt habt, freue ich mich wie immer über eure Kommentare!

Seife
In den meisten Fällen gilt: feste Kosmetika ist umweltschonender und preiswerter als flüssige! Sie sind "unverdünnter" und halten darum viel länger. Flüssige Produkte halten weniger lange und nehmen deutlich mehr Platz weg, so dass viel mehr Verpackung nötig ist und mehr Energie zum Transport und zur Lagerung aufgewendet werden muss. Daraus entsteht zum einen eine größere Umweltbelastung, zum anderen aber auch ein höherer Preis.

Der einfachste Schritt um flüssige durch feste Produkte zu ersetzen ist sicherlich die Handseife. Wenn man mal überschlägt, wie lange ein Seifenstück im Vergleich zu Flüssigseife hält, kann man sich sogar schöne Naturkosmetikseifen mit tollen Düften oder pflegenden Ölen darin kaufen! Viele Leute kochen ihre Seife auch komplett selbst. Und ich find es sieht allemal schöner und einladender aus als die Plastikseifenflasche vom Aldi (vor allem wenn die fast leer ist und immer umfällt):
 

Wichtig bei fester Seife ist die Seifenschale, sie sollte auf jeden Fall Löcher haben, damit das Wasser ablaufen kann und die Seife nicht aufweicht. Bei Holz- oder Plastikschalen kann man so ein Loch auch selbst bohren. Keramikschalen ohne Löcher sind Mist! Außerdem sollte man darauf achten, dass man die komplette Schale einfach mit einem Schwamm reinigen kann, also wenig Ecken und Ritzen sind, in denen sich Seifenmatsch ansammeln kann.

Duschgel
Statt Duschgel kann man im Prinzip auch feste Seifen verwenden. Ich habe allerdings noch Duschgelflaschen übrig, und da sich das Zeug bei mir einfach nicht verbraucht, wird es wohl noch etwas dauern, bis ich auf feste Stücke umsteige. Verpackung und Geld habe ich hier bislang gespart, indem ich große Flaschen zu z.B. 400 ml gekauft habe - je mehr Inhalt, desto weniger Verpackung pro ml ist nötig.
Außerdem benutze ich immer einen Schwamm, um das Duschgel effizient zu nutzen. Dadurch brauche ich nur ganz kleine Mengen an Duschgel, aber es schäumt trotzdem ausreichend für den ganzen Körper (ich glaube, wenn man keinen Schwamm benutzt, wird das meiste Duschgel mehr oder weniger ungenutzt sofort wieder abgespült).

Körperpeeling
Das Problem an den meisten Körperpeelings ist, dass die Peelingkörner aus Kunststoffen bestehen. Die können wegen ihrer kleinen Größe in den meisten Kläranlagen nicht gefiltert werden und gelangen in die Flüsse, Seen und Meere. Kunststoffe zersetzen sich aber nicht, sondern zerfallen nur in immer kleinere Teilchen. Die werden dann von Fischen oder sogar vom Plankton gefressen. Viele Kleinstlebewesen sterben daran, weil die Kunststoffteile ihre Verdauung verstopfen, und bei größeren Tieren lagern sich Substanzen aus dem Kunststoff im Gewebe und Blut an. Diese Stoffe können toxisch oder krebserregend sein und z.T. sogar wie Hormone wirken. Auch beim Menschen sind diese Stoffe inzwischen im Blut nachweisbar.

Kurzum, Kunststoff in Verpackungen ist suboptimal, Kunststoffpeelingkörnchen aber auch. Inzwischen werden auch Peelings mit Körnern aus Naturmaterialien angeboten. Im Prinzip braucht man diese aber auch gar nicht, man kann einfach einen Peelinghandschuh verwenden. Da spült man die Körnchen nicht in den Abfluss, sondern behält sie am Schwamm, was obendrein deutlich billiger ist (und meiner Meinung nach auch besser klappt, weil die Körnchen dann nicht zwischen die Finger "flüchten"). Mein absoluter Favorit unter den Peelinghandschuhen ist der Kismee (kann man z.B. hier bestellen), der bei sorgsamer Behandlung fast ewig hält, eine super glatte, weiche Haut macht und auch gegen einwachsende Haare hilft.

Gesichtspflege
Hier habe ich radikal reduziert! Meine Haut ist leichte Mischhaut, richtige Pickel bekomm ich selten, aber Mitesser und kleine dicke "Knubbel" kamen recht oft. Die absolut beste Hilfe dagegen ist, wie ich festgestellt habe, einfach nur Heilerde. Die gibt es fertig in der Plastiktube, aber auch (billiger und mit weniger Verpackung) in Pulverform zum selbst anrühren, z.B. bei dm (eher im hinteren Bereich zwischen den Nahrungsergänzungsmitteln und der Babynahrung irgendwo). Ich rühr mir immer eine kleine Dose voll an und nutze das als tägliche Waschpaste und ab und zu als Gesichtsmaske. Wenn man ein bisschen doller rubbelt, geht es auch als Peeling.
 
Meine Heilerde zum selbst anrühren.
Neben der Heilerde benutze ich dann nur noch eine gute Gesichtscreme, die viel Feuchtigkeit spendet (ohne Paraffine, seit Jahren die Moisture Surge Intense von Clinique, weil die auch extrem ergiebig ist und die Haut nicht ölig macht). Waschgel, Peeling, Masken etc. nehm ich gar nicht mehr - ein Pott Heilerde reicht. Gesichtswasser hab ich nur noch in Restbeständen da, werd ich aber denke ich auch nicht mehr nachkaufen.


Deo
Beim Deo musste ich lange überlegen. Irgendwann hatte ich mal ein festes Deo von Lush, das aber sehr bröckelig war, komisch roch und obendrein blöde, harte Flecken in die Shirts machte. Allerdings sind gerade Deoflaschen ja von der Verpackung her extrem aufwendig und umweltschädigend - wen es interessiert, der kann hier nachlesen, welche Auswirkungen unser Aluminiumverbrauch auf den Regenwald hat.

Deoroller sind natürlich eine Alternative. Mir fiel zwischenzeitlich aber noch etwas ein, dass ich vor einigen Jahren schonmal hatte: ein "Deo-Kristall", bzw. Alaunstein. Das ist ein kleiner Mineralstein, der einfach auf angefeuchteter Haut herumgerubbelt wird und damit wie ein Deo wirkt, aber auch zur Blutungsstillung, z.B. nach Schnittwunden. Natürlich hat der auch seinen ökologischen Fußabdruck und das Mineral musste irgendwo gewonnen werden - aber er hält ewig. Wirklich ewig. Ich hab vor 3 Monaten einen 100 g Stein für ca. 5 Euro auf Ebay gekauft, und der ist irgendwie immer noch gleich groß, nur die Ecken sind etwas mehr abgerundet. Verpackt war er nur in einer dünnen Plastikfolie (wohl gegen Feuchtigkeit) und einer Pappschachtel:
 
Ausgepackter Alaunstein als Deoersatz.
Der Stein kann mehrere Jahre halten, wenn man ihn gut behandelt. Mein früherer, den ich vor etlichen Jahren mal von meiner Oma bekam, hatte eine Plastikkappe, die ich immer geschlossen hatte. Da man die Haut aber anfeuchten musste, um ihm zu benutzen, konnte er in dieser Plastikverpackung nicht mehr richtig trocknen und es haben sich Rillen hineingefressen, so dass er zunächst kratzte und dann irgendwann zerbrach. Meinen jetzigen Stein habe ich ohne irgendwelche Verpackung auf einer Seifenschale liegen und nutze ihn halt auf feuchter Haut, aber mit trockenen Fingern. Bislang funktioniert das sehr gut, und der Deo-Effekt ist genauso wie mit dem Sprühdeo, das ich davor immer hatte.


Shampoo/Conditioner
Beim Shampoo gilt im Prinzip das gleiche wie beim Duschgel und der Handseife: fest hält länger, ist umweltschonender und unterm Strich preiswerter. Auch hier gibt es inzwischen von verschiedenen Marken feste "Shampoobars" und Conditioner. Der Vorteil hierbei ist auch, dass man auf Reisen deutlich weniger Volumen mitschleppen muss, wenn man einfach diese Seifenstückgroßen Tabletten nimmt.

Mein Lieblingsshampoo ist allerdings das leider flüssige Henna-Shampoo von Sante (gibt es auch bei dm). Ich hab halt auch extrem empfindliche Haare und traue mich da nicht mit viel ran. Bei Alnatura gibt es zwar Sante Shampoo nun auch in der 950 ml Flasche zum Nachfüllen für kleinere Flaschen, aber leider gerade nicht das Hennashampoo. Nebenbei benutze ich die New-Shampootablette von Lush, das machen meine Haare aber nicht auf Dauer mit. Bei Alnatura gibt es noch ein paar weitere feste Shampoos, aber ich traue mich nicht so ganz... Hat jemand von euch Tipps für empfindliche, dünne Haare?

"Monatshygiene"
Ein total bescheuertes Wort, und die Berge an Tampons oder Binden, die man dafür jeden Monat verbraucht, sind genauso bescheuert. Das geht auf Dauer richtig ins Geld, und vor allem muss man immer darauf achten, Wechselprodukte dabei zu haben (diese klischeehaften 5 Tampons pro Damenhandtasche). Wenn man wie ich gern einfach nur mit dem Hausschlüssel in der Hosentasche und maximal noch der Geldbörse in der Jacke nach draußen rennt, verplant man das natürlich auch öfter...

Für Experiementierfreudige gibt es als Alternative Menstruationscups wie z.B. den Mooncup oder Divacup. Das sind weiche Silikonbehälter, die man wie Tampons benutzt, aber "auskippen", auswaschen und wiederverwenden kann. Ich nutze nun seit fast 9 Jahren einen Mooncup und kenne inzwischen auch viele andere, die davon begeistert sind. Der Anschaffungspreis liegt bei ca. 25 - 30 Euro (kann man z.B. hier bei Amazon bestellen) und er ist angeblich mehr als 10 Jahre nutzbar. Ich habe meinen ersten etwas länger als 8 Jahre genutzt, fand dann aber dass er etwas hart geworden ist und habe letztes Jahr dann meinen zweiten bestellt. Da man über den Mooncup (oder Divacup oder was es da noch alles gibt) unglaublich viel schreiben kann, beschränk ich mich hier nur auf den generellen Tipp, wer mehr wissen will, findet bei kurzer Internetrecherche sicher super viele Erfahrungsberichte. Mir hat der Mooncup viel Geld, Platz, Abfall und Nerven gespart und ich fand ihn auch deutlich verträglicher als diese austrocknenden Tampons.